18 Jahre Mode

Das bin ich, Mister Matthew.

Letzten Sonntag war es soweit. Der Sekt spritzte, die Augen funkelten, wie die Wunderkerzen auf meinem Kuchen. Nun bin ich 18 Jahre alt.

18 zu werden ist ein heißer Tag. Nun kann man endlich rauchen, auf Party, Alkohol trinken..also alles das, was ich vorher noch nicht getan habe..hust. In den 18 Jahren erlebt man schon so einiges an Modischen Entwicklungen, Veränderungen und Stilrichtungen. Und zwar immer ganz nah, ganz weit vorne, in der ersten Reihe: an einem selbst.

Das bin ich, Mister Matthew.
Das bin ich, Mister Matthew.

Und so war es auch bei mir. Geboren und gesäubert wurde man in Baby Sachen gestopft, in Strampler und in Windeln, mit den unterschiedlichsten Farben und unmöglichsten Mustern. Aber es hat mich nicht interessiert, den ich war ja ein Baby. Schaue ich heute auf Fotos, welche in dieser Zeit entstanden, so denke ich mir: “Wie konnte mich meine Mutter so rumlaufen lasse!?” Aber gut, “wenn es doch Mode war”, wie sie immer so schön sagt.

Man wurde älter und ich veränderte mich. Ich wurde 7..8..9..und die Kleidung die ich trug blieb immer noch recht eintönig, kindisch verspielt, wie sollte es auch anders in diesem Alter sein!? Kennt ihr diese Kinder, welche von oben bis unten, am besten schon von Marken abstammend, mit schicken, tollen, modischen Outfits rumrennen? Ja? So eins war ich..nicht! Die Sachen in diesem Alter damals sollten vor allem eines sein: robust, praktisch und komfortabel. Was interessierte mich da Aussehen?

Die Zeit verging und der Matthew wurde größer. Ich wurde 12..13..14, ging zur Schule und steckte wohl tief, tief drin, in einer Pubertät, verlaufen und Gedanken verirrt. Ein Smartphone mit Pubertät Google Maps wäre klasse gewesen, oder viel mehr noch eine App, die mich modisch gemacht hätte. Ich hatte Schulterlanges, braunes Haar, eine Brille und Akne. Mindestens genauso schlimm war mein Stil, welcher sich auf Strickjacke (!) und Jeans begrenzte. Doch ich war zufrieden, denn ich war ja auch erst 12..13..14.

Irgendwann kam ich in das Alter, in dem ich die Mode- und Kunstwelt als interessanter empfand, als alles andere.  Nachdem ich als Kind bewies dass ich Geschmack hatte, den ich trug oft die Fashingskleider meiner Schwester, welche mit VIEL Phantasie eins von Chanel hätten sein können, kam ich nun in ein kritisches Alter: “Ich will das modischste, sexieste, geilste Outfit!” Ahja Matthew. Und wo soll das herkommen?

Damals war ich ein kranker C&A, H&M, New Yorker Gänger. Kennt ihr das? Nahezu sämtliches Taschengeld wurde hier drin versenkt, nur um den Pullover oder das Shirt zu haben, wie alle anderen 7392734342389 Teenager, um eins zu sein und zwar IN.

Doch auch dieser Trend ging in meinem Kopf vorbei. Ich wurde zum erstaunen aller Beteiligten wieder älter und mein Geschmack wurde anders. Ja anders, aber wie? Gefühlt verbannte ich nahezu jede Farbe aus meinem Kleidungssortiment, welches sich in meinen 3×4 Meter Schrank befindet. Mein Kleiderschrank erinnert eher einen einen großen Server in Holzoptik, als an einen Kleiderschrank. Auslastung 101%.

Ich öffnete meinen Kopf und meinen Server in Holzoptik und entdeckte eine Welt außerhalb von H&M. Es ist unglaublich, aber ja die gibt es. Ich spreche da nicht von PRIMARK, sondern von Flohmärkten, Second-Hand Läden, Internet und ein Laden, welcher sich in deinen beiden Händen befindet: Selfmade. Es gibt Teile die ich mir selber schneider, umschneider oder schmücke, mit z.B. Nieten und Schulterpolstern. Auf Flohmärkten finde ich wahre Schätze, wie z.B. meine 1€ Kriegs Reiterhose. Der Stoff ist von hochklassiger Qualität, dass Aussehen allgemein könnte von der letzten Fashion Week sein. Hier finden sich Unikate, fernab von H&M Stil und Preis. Das gleiche in Second Hand Läden, wie HUMANA in der Dresdner Neustadt. Ein Laden indem man die Unabhängigkeit der Klamotten fast schon schreien hören kann.

Was klingt nach Öko, ist der hochgewagte Spagat zwischen Second-Hand, Flohmarkt, H&M und teuren Marken. Ein Experiment sowie Shopping Erlebnis, welches nicht zu vergleichen gilt mit den 0815 Einkaufspassagen.

Jetzt bin ich 18. Rauchen, Party, trinken, “Ü18 Diner” habe ich schon durch. Meine kommenden Styles und Outfit aber noch nicht. Ich bin gespannt welches Teil, welches Muster, welche Farbe oder welche Marke gerade auf dem Kleiderbügel hängt und in naher Zukunft von mir gekauft wird. Eins ist klar: Es gibt kein Weg zurück. #18

Mister Matthew

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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2 Kommentare

    • 4. Dezember 2014 / 21:57

      Ich Danke dir! :)
      Vielen lieben Dank!

      Liebe Grüße an dich, Matthew!

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