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Blogs vs Instagram

Blogs vs Instagram

Blogs vs Instagram

Der Titel des heutigen Sonntagsartikels ist Programm. Oft habe ich nämlich das Gefühl, dass sich Blogs und Instagram in einem gegenseitigen Krieg befinden. Ein Krieg um Likes, Anerkennung und den von vielen so geliebten Ruhm. Was einst die Blogs waren, sind heute die Abermillionen Instagramprofile. Tagebuch, Werbeplattform, Selfiesammlung, sind nur drei der belanglos erscheinenden Dinge, die mir zu Instagram einfallen.

Ich bin ein bisschen wütend, angesäuert und mit der derzeitigen Situation, in der es ,,Blogs vs Instagram“ heißt, unzufrieden. Ich möchte ins Silicon Valley fahren, Mark Zuckerberg treffen und ihm deftig eine … Diskussion auftischen. Und dabei ist er nur bedingt an allem schuld. Warum ich so aufgebracht bin, was mich an Instagram stört und mich an Blogs so lieben lässt, warum ich diese Zeilen hier schreibe und wie es am liebsten weitergehen sollte. Ein Beitrag zu meinen Gedanken über Blogs vs Instagram.

Gedanken zu Blogs vs Instagram.

Mister Matthew Blogger

,,Ich möchte ins Silicon Valley fahren,
Mark Zuckerberg treffen und ihm deftig eine …
Diskussion auftischen."

Mister Matthew am MacBook.

Mein Blog vs Instagram

Mittlerweile blogge ich seit über 5 Jahren. Im Mai dieses Jahres, ist mein Blog 5 Jahre alt geworden. Ich weiß noch ganz genau, wie ich damals in meinem Zimmer gesessen und den ersten Artikel verfasst habe. Ziemlich naiv, habe ich einfach so drauflos geschrieben und den Text mit einem einfachen Selfie veröffentlicht. Heute denke ich mir nur: ganz schön peinlich.

Seitdem hat sich viel getan. Nicht nur meine Fotos wurden deutlich professioneller, sondern auch mein Blog allgemein. Mittlerweile verdiene ich mit meinem Blog sogar Geld, was mich jeden Tag aufs Neue unfassbar freut. Denn es beweist mir: Disziplin und Fleiß zahlen sich aus! Doch parallel mit der Entwicklung meines Blogs, ist an einer anderen Stelle ein Medium gewachsen, welches ich einst liebte, nun aber fast nur noch hasse. Die Rede ist von Instagram. So rosarot dies damals alles begann, schreibe ich im hier und jetzt einen Artikel über ,,Blogs vs Instagram“. Was ist da los?

Das Schlimme daran ist das Schlimme darin

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Entwicklung von Instagram auf der einen Seite, zur Rückbildung der Blogosphäre auf der anderen Seite geführt hat. Viele der Blogger, die ich damals so gerne gelesen habe, schreiben heute gar keine Blogs mehr. Stattdessen sind sie zu Instagram gepilgert und veröffentlichen ihren Content ausschließlich dort. Einerseits kann ich es verstehen, da Instagram oft viel lukrativer ist als ein Blog, andererseits schlage ich auch die Hände über dem Kopf zusammen und habe ein bisschen Angst vor der Entwicklung. Angst? Ja, Angst.

Mit Instagram liegen die digitale Macht und das digitale Ich in einer fremden Hand. Von der Individualität mal ganz abgesehen. Denn diese liegt irgendwie nicht mehr in der persönlichen, sondern vielmehr in der kollektiven Hand, da sich für Likes und Reichweite immer mehr angepasst wird. Waren die Blogs damals so unterschiedlich wie ihre Autoren, sehen die meisten Instagramprofile heutzutage gleich aus. Sei es die Bildsprache, das allgemeine Konzept oder die immer gleich verwendeten Presets und Bilder. Oh Herr, schmeiß Individualität vom Himmel. Und wenn du gleich dabei bist, vielleicht auch noch ein bisschen Hirn.

,,Oh Herr, schmeiß Individualität vom Himmel.
Und wenn du gleich dabei bist,
vielleicht auch noch ein bisschen Hirn."

Sonntagsartikel zum Thema Blogs vs Instagram, Mister Matthew am Schreibtisch.

Die Instagram Schule

Instagram hat die Kommunikation stark verroht. Statt über aussagekräftige Texte, wird nur noch über Bilder und häufig mehr als belanglose ,,Captions“ kommuniziert. Im Vordergrund stehen schon lange nicht mehr das Bild, der Text oder die Message, sondern einzig und alleine: die Zahlen. Wie viele Follower hast du? Welche Likes bekommt dein Bild? Waren Blogs wie der Schulhof, wo alle umherrannten, verschiedene Spiele spielten und Krach machten, ist Instagram wie der starre Frontalunterricht, mit der Lehrerin, die eh keiner mag, nach der sich aber alle richten müssen, um zu bestehen. Instagram ist wie eine Schule geworden, welche die Menschen mehr gleichschaltet als unsere wirklichen Schulen. Vom Leistungsdruck mal ganz abgesehen.

Mich stört dieser massive Zwiespalt zwischen Blogs vs Instagram schon sehr, sehr lange. Immer habe ich gehofft, dass sich das Blatt mal wenden und die Leute wieder nach anderen Plattformen Ausschau halten würden. Fehlanzeige. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass es sogar noch schlimmer wird. Der einzige Trost: Instagram hat angekündigt, dass es die Like- (und vielleicht auch die Follower-) -zahlen abschaffen möchte. In 7 Ländern wird es bereits getestet (u.a. Kanada und Australien). Das ist auch bitternötig. Denn in einer Welt voll Likes und Instagram-Ruhm zu leben, ist für mich schon als Erwachsener eine Herausforderung. Wie Bitteschön geht es dann einem heranwachsenden Teenager, der noch viel anfälliger für Vergleiche und Neidanfälle ist? Unvorstellbar.

,,Waren Blogs wie der Schulhof,
ist Instagram wie der starre Frontalunterricht,
mit der Lehrerin, die eh keiner mag,"

Mein Blog und Ich

Zugegeben: ich bin ein bisschen stolz auf meinen Blog – und heilfroh, dass ich nicht nur einen Instagramkanal besitze. Oft tun mir all diese Blogger leid, welche die letzten Jahre ausschließlich auf das Medium Instagram gesetzt haben. ,,Gerne“ erinnere ich mich hierbei an letztes Jahr, als über Nacht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mein Account verschwand – und ich neu beginnen musste.

Wie es sich anfühlen muss, dass seine digitale Existenz von einem Weltkonzern abhängt, möchte ich mir nicht vorstellen. Und brauche ich mir zum Glück auch nicht vorstellen, dank meines Blogs. Ich bin wirklich froh, dass ich meinen Blog stetig weitergeführt habe. Auch damals, das war ungefähr 2016, als gefühlt 90 Prozent der Blogosphäre zusammenbrachen, weil alles und jeder zu Instagram wechselte und den eigenen Blog schloss.

Mister Matthew am bloggen.

Matthew am Schreibtisch und schreibt über Blogs vs Instagram.

Ich setze weiter auf meinen Blog

Auch in Zukunft möchte ich auf mein kleines Baby, den Blog, bauen. Und so klein ist dieser nun auch wieder nicht. Mittlerweile sind fast 900 Artikel auf dem Blog online, die dank Google, Bing, Ecosia und Co. auch regelmäßig geklickt werden. Ich möchte auch in Zukunft meinen Blog mit tollem, hochwertigem Content befüllen.

Mir macht es Spaß, hochwertige Texte und Bilder zu produzieren. Mir macht es Spaß, meine Geschichten und das Storytelling dazu ausführlich auf dem Blog auszurollen. Mit meinem Blog kann ich redaktionell Arbeiten, mich sogar in das Gefilde des Modejournalismus begeben und so einen echten Mehrwert schaffen. Mit Instagram geht das nicht (wirklich). Mir macht es Spaß, dass ich am Ende des Tages etwas mehrwertiges geschaffen habe, was wirklich zu 100 Prozent mir gehört.

Um meinen Standpunkt noch ein bisschen deutlicher zu machen, möchte ich über 5 Gründe schreiben, warum mein Blog mein Herzens-Baby ist und wohl auch immer bleiben wird. Warum es deutlich mehr Sinn macht einen Blog zu betreiben (und Instagram als ,,obendrauf“, zusätzlich zu sehen), als ausschließlich auf Instagram zu setzen und zu bauen. Und solltest du auch einen Blog starten wollen, dann fang an! Für mehr Individualität im Internet, ist es nie zu spät!

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1. Eigener Chef

Auf meinem Blog bin ich mein eigener Chef. Ich entscheide, was wie lange an welcher Stelle zu sehen ist. Bei Instagram entscheidet das der Algorithmus. Passt es nicht in den Algorithmus, dann passt es nicht zu den Leuten und dein Content wird nicht ausgespielt. Er wird für Follower und potentielle neue Follower quasi ,,unsichtbar“. Oft hört man davon, dass Bilder unter Hashtags und Orten nicht mehr angezeigt werden. Na toll. Auf dem Blog bleibt alles zu 100 Prozent sichtbar und online. Auch wenn ich mich dazu entscheide, dass ich auf der Startseite ein Ultra langweiliges Bild haben möchte, auf dem ich einen pinken Elefanten küsse, während ich Unterhosen mit Bananen-Aufdruck trage. Ich bin und bleib mein eigener Chef.

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2. Content

Content ist King! Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Auf dem Blog kann ich ausführliche Texte verfassen, Links nach außen setzen, Dinge kategorisieren, viele Bilder in einen Artikel packen, muss mich nicht kurzhalten oder mit nur einem Bild um die Aufmerksamkeit und Gunst der Follower buhlen. Ich kann Geschichten verfassen, meine Leser auf eine gedankliche Reise mitnehmen und ganz wichtig: Mehrwert erschaffen. Zwar heißt es, dass ein Bild mehr als 1000 Worte sagt. Doch was nützt uns das, wenn gefühlt jedes zweite Bild bei Instagram gleich aussieht. Die immer gleichen 1000 Worte möchte auch keiner sehen – oder gar lesen. Content bleibt King.

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3. Mehrwert

Wie eben schon angesprochen, kann ich bei Instagram ganz schlecht einen wirklichen Mehrwert erschaffen. Auf dem Blog aber kann ich ausführlich werden. Kann Dinge beschreiben, empfehlen, kritisieren, sie in einen übergeordneten Zusammenhang bringen und regelmäßig auf alte Artikel zugreifen und verweisen. Während Instagram (zu 99 Prozent) der Unterhaltung dient, kann ein Blog beides: unterhalten und informieren. Diesen Spagat schaffen bei Instagram nur sehr wenige. Warum? Weil Instagram dafür auch nicht gemacht ist und dieser ,,schwere“ Content auch meist nicht läuft. Instagram möchte, dass User möglichst leichten und schnell zu konsumierenden Content verdauen. Das bindet den Nutzer an die App! Deshalb setzten sich die meisten auf das Unterhaltungs-Pferd. Und hier leiden dann sehr oft Content und Mehrwert für den Follower.

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4. Nachhaltigkeit

Ein weiteres, großes Thema, warum ich meinen Blog so liebe und der Instagramwelt so skeptisch gegenüberstehe, ist die Nachhaltigkeit. Nein, damit ist ausnahmsweise mal nicht die Umwelt gemeint, sondern der veröffentlichte Content. Während ein Bild bei Instagram nach wenigen Sekunden im Feed ,,nach unten rutscht“ und kaum noch Beachtung findet, kann ein Artikel auf dem Blog auch noch nach Jahren über Google und Co. gefunden werden. Besonders freue ich mich immer, wenn Artikel von über 2 … 3 Jahren regelmäßig geklickt werden. Das macht den Inhalt des Blogs so unfassbar nachhaltig. Wer scrollt denn ein Profil bei Instagram so viele Jahre zurück? Absolut keiner. Maximal eine eifersüchtige Freundin, die auf der Suche nach Beweisbildern ist. Nicht aber ein durchschnittlicher User, der auf einem Profil den Feed ein bisschen nach unten scrollt.

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5. Layout

Das Layout ist für mich auch so eine Sache, welche Blogs für mich deutlich attraktiver macht als Instagramprofile. Seit knapp zwei Jahren gestalte ich meine Blogbeiträge besonders individuell. Dabei versuche ich immer ein bisschen künstlerisch, kreativ zu sein. Bilder, die sich überlappen, Schriften, die sich unterscheiden und voneinander abheben. Farben, Rahmen, Hintergründe. Alles ist anders, unterschiedlich, individuell. Das kann man von Instagram nicht wirklich behaupten. Auch wenn ich mich mit meinem eingeführten ,,Puzzlefeed“ von vielen der Profile unterscheide, so sieht der Rahmen des ganzen am Ende des Tages noch immer gleich aus. Und das ist langweilig. Denn ein gutes Layout sagt auch mehr als 1000 Worte!

Blogs vs Instagram

Weitere Artikel zu Sonntagsartikel gibt es in der Kategorie Sonntagsartikel.

Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem Fashion Blog für Männer ,,Mister Matthew”. Seit 2014 berichtet er täglich über seine Outfits und Reisen, Events und Fashion Weeks, über aktuelle Trends und No-Gos, seinen Alltag und seine Erlebnisse. Mister Matthew liebt die guten und schönen Seiten des Lebens und ist ein positiver Mensch durch und durch. Sein Blog steht dabei für hochwertigen und einmaligen Inhalt.

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6 Comments

    • 14. Oktober 2019 / 9:50

      Hallo Richard,

      vielen lieben Dank für dein Feedback und die lieben Worte! Dass dir mein Blog gefällt – und du das genauso siehst – freut mich wahrlich sehr! :))) Du hast ja auch einen Blog und kannst meinen Kummer daher bestimmt nochmal besser verstehen. :)

      Schönen Start in die neue Woche!

      Modische Grüße,

      Mister Matthew

  1. 13. Oktober 2019 / 20:27

    Ein sehr, sehr guter und wahrer Artikel. Ich habe ebenfalls einen Blog und einen Instagram Account und vernachlässige den Blog regelmäßig, habe dann aber auch wieder totale Phasen, in denen ich total dankbar für ihn und seine Möglichkeiten bin. Eben weil ich diese Abhängigkeit von einer App auch nicht so rosig sehe. Etwas eigenes, eine eigene Plattform mit „richtigem“ Content wird immer wertvoller bleiben als einer von vielen Instagram Accounts – um es hart zu formulieren.

    Viele Grüße,
    Mira

    • 13. Oktober 2019 / 20:30

      Hallo Mira,

      vielen, vielen lieben Dank für dein Feedback! Freut mich, dass du da genauso denkst. Und ja, so hart formuliert muss es manchmal sein. Vor allem dann, wenn es wahr ist! Freut mich, dass du deinen Blog auch sehr schätzt und ihm auf Dauer mehr abgewinnen kannst als Instagram.

      Modische Grüße! :)

      Mister Matthew

  2. Oliver Herrmann
    13. Oktober 2019 / 12:58

    Hallo Matthew,

    Liege gerade krank im Bett und habe deinen newsletter erhalten. Mir war der große Unterschied zwischen Bloggern und Instagram bisher gar nicht so bewusst darum Danke für deinen tollen Sonntag Artikel den ich gut nachempfinden kann. Vor allem der Verlust an Individualität bei Instagram und das gieren nach Likes ist keine gute Entwicklung. Mach weiter so und bleib wie du bist !
    Grüße von Oliver aus Stuttgart

    • 13. Oktober 2019 / 13:01

      Hallo Oliver,

      oh, na dann wünsche ich dir auf jeden Fall gute Besserung!

      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Das freut mich wahrlich sehr. Besonders diese Gier nach Likes, macht mich alle. Wirklich gut zu sehen, dass nicht alle so drauf sind! Dann gibt es ja noch Hoffnung.

      Hab einen schönen Sonntag (trotzt Krankheit),

      modische Grüße,

      Mister Matthew :)

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