Der gut schlechte Fashion Week Hype

der gut schlechte Hype der Fashion Week

Vorbei ist sie, die Fashion Week Berlin. Und ich sitze an meinem Schreibtisch, werte alles Erlebte aus, schreibe meine Artikel und schwelge in Erinnerungen. Denn irgendwo zwischen Cocktailpartys, Taxifahrten und Styling Saisons habe ich neue Freunde gewonnen. Man eilt von Show zu Show, teilt sich ein Taxi, steht an der Bar schlange. Da kommt man schneller in ein Gespräch als man denkt. Und so ging es mir auch. Ich habe wahrlich viele, sehr sympatische Menschen kennengelernt.
Ich wage auch zu behaupten, dass meine Fashion Week Zeit nicht so schön gewesen wäre, hätte ich nicht John und Patrischa, aus der Schweiz, kennengelernt. Mit ihnen habe ich die meiste Zeit auf der Fashion Week verbracht. Und sowas verbindet auch.

der gut schlechte Hype der Fashion Week

Doch nicht alles rund um die Fashion Week in Berlin ist so rosarot, wie meine neu gewonnenen Freundschaften. Die Fashion Week Berlin ist immer öfter wie ein kleines Kind, welches international ein paar Probleme verursacht. Belächelt, ignoriert, nicht für ernst genommen, das sind nur kleine Probleme, mit dem sich das Image der Fashion Week Berlin herumschlagen muss.
Leider hat sich in den letzten Jahren ein Trend entwickelt, welcher besagt, dass die Fashion Week in Berlin ein einziges Desaster und in seiner Art keine relevant zu nehmende Fashion Week ist. Rufmord oder knallharte Realität?

Da ich nun seit 2 Jahren nicht mehr Fashion Week Berlin jungfräulich und in der Branche schon sehr erfahren bin, möchte ich meinen, dass ich zu dieser Kritik von außerhalb wunderbar Stellung nehmen kann.

Häuser wie Dior, Hugo Boss und Karl Lagerfeld zeigen seit geraumer Zeit keine Show mehr auf der Berliner Fashion Week. Und damit fing das Theater erst so richtig an. “In Berlin zeigen keine großen Marken mehr; In Berlin sitzen nur Z-Promis in den ersten Reihen; Die Berliner Modewoche setzt keine Trends mehr …”. Über alle Kritik hinweg, möchte ich mit einem Megaphon durch sämtliche Pressehäuser rufen, dass die Fashion Week Berlin derzeit ihre Besten Jahre erlebt. Noch nie war Berlin so sehr Mode Hauptstadt wie bisher. Natürlich ist Berlin nicht Paris, New York oder London. Berlin ist eben Berlin.
Man sollte sich nicht fragen warum die Berliner Schauen keine großen Designer mehr abbekommt, sondern warum sich die Designer denn gegen die deutsche Fashion Week stellen? Es scheint ihnen nicht lukrativ, nicht glamourös genug zu sein. Doch muss eine Fashion Week das sein, um Erfolg zu haben?

der gut schlechte Hype der Fashion Week

Fashion Week Berlin – kein Glamour, kein Prunk

Berlin kommt eben mit etwas weniger Glamour, dafür mit mehr Tauglichkeit aus. In Berlin wird eher nicht für den Prunk, sondern für die Praxis produziert. Im Vordergrund stehen keine sündhaft teuren Partys, Marken mit Statussymbol Ruf oder unbezahlbare Promis (Nahezu alle A-Promis in Paris, New York, Mailand und Co., welche in der ersten Reihe sitzen, werden mit unverschämt hohen Summen dafür bezahlt, dass sie da sitzen, wo sie sitzen).
Berlin ist eher dafür bekannt, das es besonders die jungen, neuen Designer und frisch gegründeten Mode Labels pusht und aktiv in die Fashion Week einbindet.

Doch die Abwesenheit von Prunk, Glamour und A-Promis ist auch der Grund, warum es finanziell nicht allzu gut bei den Berliner Mode/PR Häusern aussieht. Aus einer sehr vertrauten Quelle weiß ich zu berichten, dass es zwischen den Model Agenturen, den Designern und den Models sehr scharf, fast schon illegal, zugeht. Viele spielen mit unfairen Mitteln um ihre Models an den Mann zu bringen. “Kannst du für uns kostenlos laufen? Ich kann dir maximal 50 Euro geben. Aber du hast ja die Referenz, den Fame.” Das habe ich schon öfters von befreundeten Models und Agentur CEO’s gehört. Sprich die Agenturen bekommen einen Haufen Geld für ihre vermittelten Models, gebe aber nur sehr geringe Mengen (oder eben gar nichts) an das Model weiter.

Merken solche Leute nicht, dass sie sich damit selber zerstören? Welchen Mehrwert schaffen sie somit für die Models? Keinen.
Während man in Paris und Mailand Backstage Champagner trinkt, kifft, zu lauter Musik tanzt und legendäre Fotos schießt, waren John und Ich mehr als auf dem Boden der Tatsachen angelangt, als wir bei einer Show in den Backstage Bereich sind. Gestresste und genervte Gesichter, angespannte, fast schon unfreundliche Models und Designer. An Champagner, Drogen und gute Musik war im Traum nicht zu denken.

Natürlich sind die finanzielle Not, das Besetzen der erste Reihe mit unwichtigen Personen und das lächerliche Vermitteln der Agenturen Aspekte, welche zu einem solchen Ruf der Fashion Week Berlin beitragen. Es spricht sich herum, es macht die Runde. Designer und Models lernen daraus, laufen also nur noch im Ausland, Z-Promis fühlen sich im Ego verletzt und bleiben ganz weg (ersetzt durch noch schlimmere “Promis”, – Z) und Agenturen sterben aus.
Was am Ende bleibt sind Labels, welche sich nicht etablieren können und von den Großen verdrängt werden, Menschen, welche sich aus unersichtlichen Gründen als zu wichtig sehen und sich als “total richtig auf der Fashion Week” finden. Ein Mehrwert bleibt aus, der gute Ruf erst recht.

Man muss die Fashion Week Berlin erlebt haben, um über sie zu urteilen. Berlin ist nicht Paris und sein Ruf nicht mal annähernd so gut. Dafür ist es aber ganz alleine selber Verantwortlich, mit all den Designern, Agenturen und Models der Fashion Week Berlin.

 

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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