Designer werden mit 17

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Designer Werden mit 17

Auf Lagerfeld’s Spuren

Designer werden mit 17. Was ein bisschen klingt wie ein Traum eines 13 jährigen Mädchens, ist tatsächlich der Alltag eines 17 jährigen Jungens. Max schneidert Kleider und möchte eines Tages Designer werden, obwohl er es eigentlich schon ist, wie ich finde. Während Jungs in seinem Alter Fußball spielen gehen, an Autos basteln oder wie verrückt mit dem Skateboard durch die Gegend fahren, sitzt Max mit seiner Nähmaschine in seinem Zimmer und schneidert Kleider. Erst für seine 11 jährige Schwester zu Fashing, dann für seine Tanzpartnerin zum Tanzball und mittlerweile für richtige Kunden. Madeleine Biermann wird beim Tanzball auf den jungen Nachwuchsdesigner aufmerksam und bestellt gleich eine Robe für sich selbst. Für den Semperopern Ball soll es sein.
Wer mir schon länger folgt weiß, dass ich ein regelrechter Fan vom Semperopern Ball bin und ihn nun schon das 4. Jahr in Folge besuche. Mit der größte Spaß am Abend ist es, die Kleider zu begutachten. Ein Freund und ich haben uns letztes Jahr einen Spaß daraus gemacht, uns ganz dekadent mit einer Flasche Schampus in eine Ecke gesetzt und Kleider bewertet. Die Bilanz viel leider schlecht aus. Zeit für Max! Das man mal ein bisschen frischen Wind in die etwas verstaubte Semperopernball Gesellschaft bläst wird höchste Zeit, greifen doch 99% der anwesenden Damen zum Festmodenverleih und lassen damit nicht nur meine Augen, sondern auch Max Herz bluten.




Irgendwie komme ich nicht von dem Gedanken los, dass mich Max an einen kleinen Karl Lagerfeld erinnert. Ambitioniert, kreativ und mindestens genauso talentiert fing der junge Karl damals auch an. Ein bisschen größenwahnsinnig und perfektionistisch, das Geheimrezept für Erfolg (wirklich). So plant er für seine Abiturprüfung (welche ab diesem Jahr im Gymnasium mit einem eigenen Projekt bestückt werden darf) eine Präsentation seiner Werke. Die Aula wird dafür kurzerhand mit Leinwänden, Teppichen und einem Pianisten in eine kleine Showbühne umfunktioniert. Damit erinnert er uns nicht nur an das Hause Lagerfeld, sondern vielmehr sogar noch an Alexander MC Queen, mein ganz persönlicher Modegott, der Vater des Haute-Couture.

Als mich Max anschrieb konnte ich nicht anders als etwas über ihn zu schreiben. Gleich musste ich Freunden und vor allem Freundinnen von ihm erzählen, welche mich ganz angetan mit absolutem Ernst fragten, ob Max nicht ihr Abschlussball Kleid schneidern könnte. Siehst du Max, andere suchen jahrelang nach einer Marktlücke, während deine Marktlücke auf dich zu rennt. Bäcker gibt es eben genug, BWL-Studenten erst recht. 17 jährige, die Designer werden wollen, leider nicht.

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Mister Matthew
Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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1 Kommentar

  1. 25. März 2016 / 0:30

    WOW! Mega… Echt Hut ab! Max, ich will dich kennenlernen :)

    Weiter so!

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