Die Mode einer Prinzessin

Eines neulich Nachts sah ich im Fernsehen einen Beitrag über Kinder und ihre Vorbilder. Pippi Langstrumpf, Barbie und Spiderman waren da schnell genannt. Doch besonders blieb ich beim Beispiel Mädchen – Prinzessin hängen. Wieso, weshalb, warum?

Es wurde darüber berichtet, welche Vorbilder kleine Kinder in ihren jungen Tagen haben. An sich ein eher langweiliger und sehr vorhersehbarer Beitrag von einer Wiederholung eines eher flachen Nachmittagsprogramm. Die genannten Vorbilder zerstörten mein Weltbild auch kaum, sondern bestätigten es eher. Doch ein was hatte mich stark zum Nachdenken angeregt. Es wurde sich sehr auf ein Beispiel festgefahren, welches besagt, dass kleine Mädchen immer auf Barbie, Prinzessinnen und Feen stehen. Hauptsache überdurchschnittlich hübsch, groß, schlank, feminin, ständig steckend in viel zu kurzen Kleidern, viel zu hohen Schuhen und viel zu billigem Schmuck, vom Make Up mal ganz zu schweigen.

Hier wurde mir vor Augen geführt, was die kleinen Kinder da eigentlich für Vorbilder haben. Sie haben Figuren als Vorbilder, welche eigentlich schon Erwachsen sind, wie Barbie ein pinkes, teures Auto fahren, ein Handy besitzen, eine große Villa, viele Freunde und mehr Haustiere als Lebenserfahrung. Liebe Mädchen, die Realität sieht da ganz anders aus. Niemand hat sich Hermine Granger als Held genommen, sich mit ihr verglichen und wollte so sein wie sie. Außer vielleicht die als schlimm beschimpften Streber, die später mal Arzt, Jurist oder Unternehmer werden.

Die kleinen Mädchen nehmen sich da Vorbilder, welche gänzlich gegen jede Natur sind. Am Ende vergleichen sie noch ihren mit Babyspeck gefüllten Körper mit der perfect Plastik Frau und der Spuck nimmt Überhand. Die Realität sieht nun mal nicht aus wie ein Barbie Werbespot. Außerdem sind die ganzen anderen Barbie Puppen auch nur bei Barbie Zuhause, weil sie einen Pool hat, einen heißen Mann Namens Ken und ganz offensichtlich viel Knete. Sie wird mit Sicherheit nicht für ihren Charakter von ihren anderen schrecklich perfekten Barbie Freunden gemocht, weil sie ja auch gar keinen hat.

Die Mode einer Prinzessin

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Flickr.com Creative Commons von RomitaGirl67

Ich sehe das ganz stark als Problem. Viel lieber würde ich sehen, dass sich kleine Mädchen, aber auch Jungen, andere Vorbilder suchen, als die zur Perfektion designten Super Figuren aus dem “realen” Leben. Viel interessanter und verspielter sind doch solche Personen wie Bibi Blocksberg, Pippi Langstrumpf, oder Hanni Und Nanni. Aber nein, die sind ja nicht so cool wie die schlanke, große, blonde Tussi Frau.

Um das auch mal aus der Sicht der Mode zu begutachten: Warum ziehen sich die ganzen Frauen, die einst Barbie Fans noch und nöcher waren, im Alter dann so schrecklich an? Haben sie kein Modebewusstsein von ihrem ehemaligen Vorbild mitnehmen können? Haben sie noch rechtzeitig erkannt das es vielleicht keine Vorbilder sind? Oder was ist da los? Warum sehen sie dann heute so Affen normal aus und gar nicht so hoch gepimpt wie die Lady in Pink? Ich jedenfalls habe Barbie nie (!) in Nike Air Max, Jogginghose, Amstaff, Picaldi, oder Bomber Jacke gesehen. Auch trug die feine Dame nie in meiner Anwesenheit eine Bauchtasche um ihre Hüfte (Was sie ja auch gar nicht könnte, da sie viel zu schlank ist und gar keine Hüfte hat). Ebenso waren Barbies Haare nie so schlecht gelb blondiert, ihr Make Up erinnerte auch nicht an Prostitution oder Blindheit.

Ich finde diesen Barbie Trend furchtbar und wünschte einige Kinder würden sich eher an einem Beispiel wie “Jane” von Tarzan oder “Ronia” die Räuber Tochter bedienen. Und falls ich jetzt einem (ehemaligen) Barbie Fan in’s Herz gesprungen bin, würde mich zu tiefst mal interessieren, was an dieser Figur so besonders ist, war, sein soll !?

Im übrigen: Polly Pocket, Hello Kitty, Sharpay Evans und Co. sind auch keine besseren Vorbilder. Weder vom Charakter, noch modisch.

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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