Dries Van Noten

Dries Van Noten

Inspirations

Inspiration… Designer und andere Kreative brauchen sie, suchen sie verzweifelt, wollen sie unbedingt, verlieren sie hin und wieder, haben manchmal gar keine mehr, oder haben plötzlich ganz viel davon, so viel, dass sie tagelang damit arbeiten können und müssen. 

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(english version below)

Inspiration – was ist das eigentlich genau und wo bekommt man sie her? Gäbe es darauf eine allgemein-gültige Antwort, dann wäre wohl so manches Künstler-Dasein um einiges leichter. Dries Van Noten, ein belgischer Modedesigner, lässt in seiner Ausstellung „Inspirations“ (28. Februar – 31. August 2014 im Museum Les Arts Décoratifs in Paris) die Besucher ein Stück weit in seine ganz persönliche Welt der Inspiration hineinblicken.

Genauer gesagt fühlt es sich eher an, als würde man die „normale“ Welt da draußen verlassen und eine Zeit lang in Van Notens brilliantem Designer-Gehirn herumlaufen.

Die Ausstellungsräume -ca. 1400qm verteilt auf 2 Stockwerke- sind komplett verdunkelt. Der Boden und die Wände schwarz, bedeckt mit grauer und weißer Schrift, spärliches Licht kommt nur von den beleuchteten Ausstellungsstücken oder von den Schautafeln an den Wänden.

Hinter Glaswänden kann man hier beeindruckende Kreationen Dries Van Notens bewundern, aus aktuellen und vergangenen Kollektionen, immer in Kombination mit den jeweiligen Inspiration Quellen.

Der außergewöhnliche Mix aus Kunst und Mode zieht Besucher in seinen Bann.Unter anderem sind Werke von Bronzino, Kees Van Dongen, Yves Klein, Francis Bacon, Damien Hirst, und auch Kleidungsstücke von Christian Dior und Thierry Mugler zu sehen.

So findet man zum Beispiel eine Robe aus dem Jahr 1937 designt von der italienisch-französischen Designerin Elsa Schiaparelli zusammen mit einem Ölgemälde von Johannes Bosschaert (1627), und im Hintergrund das Bild „Rapture“ von Damien Hirst (2003).

Besonders faszinierend ist auch die zweite Etage; Decke, Boden und Wände sind komplett bedeckt mit bunten Blumen-Prints. Diese wurden von dem japanischen Künstler und Flortisten Makoto Azuma (-> http://azumamakoto.com) entworfen. Beim Betreten fühlt man sich wie in einen imaginären, farbenfrohen, modisch und stilvoll gestalteten Garten hineinversetzt.

Azumas Designs verbinden Van Notens Mode, die ebenfalls eine Fülle an Blumenprints bietet, perfekt mit Werken von Cecil Beaton („Costume Pour Bal Masque“, 1937), Pina Bausch („Nelken“, 1982) und Christian Dior („Robe Du Soir“, 1950) uvm..

Die enge Zusammenarbeit für diese Ausstellung zwischen dem Belgier und dem Museum hatte sogar zur Folge, dass einige Textilien und Muster des 19. Jahrhunderts aus dem Archiv des Museums mit in die ready-to-wear Kollektion Frühling/Sommer 2014 von Dries Van Noten mit eingearbeitet wurden.

Mein persönliches Fazit: Auf äußerst faszinierende Art und Weise lässt Dries Van Noten hier in die Tiefen seines kreativen Schaffens blicken, er schafft gekonnt eine enge Verbindung zwischen Mode und Kunst, zwischen high “fashion” und klassischer Kunst, zwischen „alt“ und „neu“. Ich empfehle allen, die sich für Mode, Kunst und Kreativität interessieren und vielleicht gerade auf der Suche nach neuer Inspiration sind, diese einmalige Ausstellung in Paris bis Ende August noch zu besuchen. :)

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english version: 

Inspiration…it‘s essential for designers and other creative minds; they look for it, they need it very badly, they loose it from time to time, sometimes they don‘t have any of it anymore, or they have loads of it, so much that they can and have to work with it for days.

Inspiration – what is it exactly and where do we get it from? If we had an answer to that, life would be so much easier for artists. Dries Van Noten, a fashion designer from Belgium, shows in his exhibition „Inspirations“ (February 28 – August 31, Museum Les Arts Décoratifs in Paris, France) his personal world of inspiration to all visitors.

To be precise, it feels more like leaving the „normal“ world out there behind and stepping into his genius designer brain.

The exhibiton rooms – 1400sqm on 2 floors – are completely dark. Floors and walls are black, covered in white and grey words, a bit of light only coming from the illuminated artworks or the wall charts.

Behind glass walls you can admire the impressive creations from Dries Van Noten, fashion both from his latest and older collections, always in combination with the related art pieces that had inspired him.

The extraordinary mix of art and fashion totally fascinates every single visitor. You can see artworks by Bronzino, Kees Van Dongen, Yves Klein, Francis Bacon, Damien Hirst, and also fashion pieces designed by Christian Dior and Thierry Mugler, amongst others.

For example, you can find a sample from 1937, designed by the Italian-French designer Elsa Schiaparelli, combined with an oil painting by Johannes Bosschaert (1627), and in the background you see „Rapture“ (2003), a painting by Damien Hirst.

Even more fascinating is the second floor, where walls and floors are covered in floral flower prints, which are designed by the Japanese artist Makoto Azuma (-> https://azumamakoto.com). It seems like you just entered an imaginative, bright, modern and tastefully designed garden. Azuma‘s designs link Dries Van Notens fashion, where we can also find loads of floral prints, perfectly to works by Cecil Beaton („Costume Pour Bal Masque“, 1937), Pina Bausch („Nelken“, 1982) and Christian Dior („Robe Du Soir“, 1950), etc…

The cooperation between the Belgian designer and the museum for this exhibition resulted in Dries Van Noten working with cloth and patterns from the 19th century from the museum‘s archive for his latest ready-to-wear collection S/S14.

My conclusion: Dries Van Noten lets the people take a look into his very intimate creative process in a very fascinating way, he manages to establish a strong connection between fashion and art, between high fashion and classic arts, between „old“ and „new“. I totally recommend to visit this exhibition to everyone who‘s interested in fashion, art and creativity, and to those who might be looking for inspiration right now.

Text: Barb Barao Fotos: Barb Barao for www.mister-matthew.de

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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