Paris vs. Barcelona

Paris vs. Barcelona

Zwei Europäische Metropolen, zwei unterschiedliche Welten. Am 25.07.14 reiste ich mit meinem Mann nach Paris, in die Stadt der Liebe, der Mode, wo wir die französische Hauptstadt besser kennenlernen wollten. Über Paris hat man schon viel gehört und gesehen, aus Kinofilmen, aus TV Beiträgen, aus Blogs anlässlich der Pariser Fashion Week, von Erzählungen und von Bildern. Also reisten wir nach Paris, die Stadt die Besucher verzaubern soll. Doch angekommen war auch nach Tagen nichts von einem Zauber zu merken. Ich stand in Paris und suchte Paris. Entschuldigung, wo gehts denn hier nach Paris? Wir zogen viel durch die Stadt, wir liefen, fuhren Auto, Taxi, U-Bahn, bewegten uns in unterschiedlichen Stadtteilen, besuchten Hotspots, wie das Louvre, den Eiffelturm, Notre Dame, doch richtig Paris Stimmung kam nicht auf. Wie hätte sich Paris anfühlen sollen? Ich denke nicht so. Woher soll man das wissen? Ich denke ich liege nicht so falsch. Angepriesen als Hai, wirkte Paris wie ein großer, fetter, voller, zu frittierten Fischstäbchen verarbeiteter Wal. Wo waren die Pariser und viel mehr noch, wo waren die gut aussehenden Menschen, die Fashionfreaks und die Individuellen, die Revoluzer und die Fashiontraveller? Es gab sie nicht! Nicht auf der Straße, nicht in Museen, nicht auf den öffentlichen Plätzen, nicht am Eiffelturm, nicht einmal in oder wenigstens vor den Geschäften der Labels, dessen Mode im Internet hochgelobt wird. Wo waren also die Fashionistas, die Shoppaholics? Sie waren nicht da. Wurden sie entführt? Ich schaute auch in jeder Toilette nach ob sie sich dort befanden und feststeckten, aber auch da fand ich nur Scheiße. Die besagten Geschöpfe schienen Märchen Figuren aus Erzählungen zu bleiben. Auch in den zahlreichen Restaurants und Cafés saßen sie nicht. Lag es daran dass sie maßlos überteuert waren? Die Restaurant Preise in Paris sind utopisch und vollkommen realitätsfremd. Wir bezahlten in einem Restaurant, nicht im Zentrum sondern eher außerhalb, für zwei kleine Salate, einem Kaffee und einen Orangensaft knapp 50€. Und jetzt wünscht sich die schlecht Englisch sprechende Bedienung noch Trinkgeld? Wow geil. Aber das ist doch Paris Matthew! Ja..wäre es mal Paris gewesen.

Paris

Foto: Flickr.com Creative Commons Lizenz, by DinosaursAreNotDead

Im Vergleich dazu habe ich Barcelona. Eine Stadt die Medial nicht in den Himmel gelobt wird, den hier spielt die Prestige keine wichtige Rolle. Hier ist das drin was drauf steht, Barcelona. In Europa die einzige Großstadt mit Lage direkt am Meer. Wir kamen spät Nachts an, doch auf anhieb wirkte die Stadt sympatischer, als Möchtegern wichtig Paris. Der Verkehr ist besser organisiert und das wenn man bedenkt, welche Stellung der Wichtigkeit die beiden Städte in Politik, Wirtschaft, Kultur, im Vergleich haben. Die Infrastruktur ist in Barcelona einfach Stimmiger, sie scheint besser zu funktionieren, zu flutschen, hier scheint Gleitmittel benutzt worden zu sein. Zu meinem Erstaunen hatten die Menschen hier mehr Stil und Style. Die Temperaturen noch höher als in Paris um die Zeit, sparte man hier nicht an Stoff. Man kleidete sich nicht Beach-Look artig wenn man unterwegs war, sondern nur wenn man am Beach war. Hier scheinen Modeinteressierte Rohdiamanten geboren zu sein. Sie warten nun auf den Schliff. Und der nächste Bitte. Das Preis-Leistungs Verhältnis in Restaurants in Barcelona ist Kundenfreundlicher und für das Herz besser zu vertragen. Hier ist es fair und man bekommt wirklich gutes Essen für wenig Geld, auch in den schicken Schuppen. Das einzige was es an Barcelona zu kritisieren gibt, ist die La Rambla. Eine stinknormale, aufgrund der Geschäfte sowie der Touristik Kundschaft, Einkaufsstraße, wie in jeder anderen Stadt auch. 4 Geschäfte von Zara beinahe nebeneinander! Lieber geht man in die Seitenstraßen, welche von der La Rambla abgehen. Doch ist Barcelona eine Stadt in der man den Alltag spürt, hier vibriert das Leben. Die Stadt pulsiert und lebt. Das macht Spaß und so wünscht man sich eine Stadt die man nicht kennt und erkunden möchte.

Barcelona

Foto: flickr.com Creative Commons Lizenz, by Paco CT

Ganz unfreiwillig haben wir das wohl beste Sushi Restaurant gefunden, was es zu geben scheint im europäischen Raum. Als wir nach einem suchten, schickte uns die App TripAdvisor zu einem kleinen und unscheinbaren Sushi Restaurant, nicht weit ab vom Hafen von Barcelona. Hier angekommen, vom schlichten Ambiente enttäuscht, fanden wir ein Fließband vor, um das sich die Gäste tummelten. Bis hier war alles völlig normal und unspektakulär. Wir setzten uns und entschieden uns für das Buffet für 14,50€. Und nun sahen wir was auf dem Fließband auf kleinen Tellerchen angefahren kam. Austern, Hummer, Schnecken, Muscheln, Garnelen, Lachs als Sashimi, Krabben, Früchte, Nudeln, Salate, alle mögliche Arten von Sushi, es war einfach nur der Wahnsinn! Ich aß für 14,50€ so viel Hummer und Austern wie ich wollte. Auf dem Semperopern Ball in Dresden kostet eine Auster 5€ und hier gibt es für 14,50€ so viel Austern wie man mag. Auch in Größe und Qualität waren sie überzeugender. Sie waren fast doppelt so groß und schmeckten, als wäre der Kühlschrank das Meer, ein Traum! Viel kulinarisches, was anders aussah, als das was es eigentlich sein soll. Wie Zum Beispiel ein Gericht, welches aussieht wie ein rotgefärbter Seeigel. Wir waren gespannt wie ein Seeigel schmecken würde, doch beim Kauen stellten wir fest, dass es sich bei dem kleinen roten Etwas nicht um einen Seeigel, sondern um eine Himbeere artige Frucht mit Haaren handelt. Eine kleine niedliche Frucht mit Haarpracht. Udo Walz würde diese Frucht bestimmt gefallen! Lustig war die Erfahrung eine Schnecke zu essen. Bei den Schnecken lagen kleine Zahnstocher bei, mit denen man die Schnecke aus ihrem Häuschen holt. Man trennt den Schleimfuß ab und entfernt alles nicht essbare, wie Knorpel. Und dann rein damit in den Mund. Der Geschmack war recht ok, besser als gedacht, aber die Konsistenz war nicht schön, ein komisches Kaugefühl. Ich aß nicht alles und steckte die halbe Schnecke wieder zurück in ihr Häuschen. Schon traurig, dass ihr Häuschen, welches ihr Schutz geben soll, nun ihr Grab ist. Was pervers und nach Tierquälerei klingt, war eine interessante Erfahrung! Aber zum Schnecken Vielfrass werde ich nicht wechseln. Wer also mal in Barcelona rumkriecht, sollte umbedingt mal das Dou Sushi Restaurant nahe des Hafens besuchen. Geheimtipp zu 100%.

Über das Fazit Paris vs. Barcelona lässt sich sagen, dass es sich hierbei nicht um den Kampf der Giganten, sondern um eine subjektive Wahrnehmung handelt, welche auf persönlichen Eindrücken und Vorlieben beruht. In die Stadt Barcelona habe ich mich verliebt, Paris wird meine kleine Affäre. So ist es doch immer. Obwohl man das beste schon kennt und hat, macht man dümmlicher Weise schnell einen Abstecher zu dem Stufen niedrigeren Etwas, zu der preisgünstigeren Affäre, zu dem bitter süßen Verlangen. Barcelona du feine Lady, Paris du kleines Mädchen..Au Revoir! Jetzt geht es mit meinem Mann nach Marseille, an die Cote d’Azur.

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Mister Matthew
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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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