Pegida Fashion

Pegida Fashion
Modische Angst vor Patriotischen Europäern, gegen die Islamisierung des Abendland

Denkt man an Pegida, so schießt einigen der Gedanke von Angst, Burka tragen und Gewalt in den Kopf. Ganz egal wie man zu ihr steht, gibt es noch eine ganz andere Seite, wie man die Welt von Pegida betrachten kann. Nämlich aus der Sicht der Mode.

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Pegida ist das wohl am meisten diskutierte Thema der Deutschen, derzeit zumindest. Und so erreichte mich neulich ein Kommentar in meinem Blog: “…solltest du als Dresdner ein klares Statement gegen Pegida veröffentlichen, sowas ist wichtiger als Fashion, denn da gehts um Menschen…”. Da dachte ich mir: ja. Doch über Pegida alleine werde ich nicht schreiben, dachte ich mir. Lasst uns Pegida doch einfach aus der Sicht der Mode betrachten.

Tausende gehen Montagabends zu Pegida. Und diese Tausende werden ganz sicher auch etwas tragen. Doch was trägt ein normaler “Pegida Gänger”? Tragen sie Thor Steinar? Oder stehen sie eher auf Picaldi? Cordon Sport ist auch eine Möglichkeit. Marken die ein Pegida Anhänger schnell mal eben im Kleiderschrank hängen hat. Aber auch nicht nur! Es gibt auch Anhänger, welche sich fernab von den Marken kleiden. In normaler, meist dunkler Jeans, dunkler Jacke und schwarzer Mütze. Zumindest ist es das, was ich vermehrt beobachten durfte. Doch was lässt mich/uns diese Marken mit Pegida in Verbindung bringen? Ich als kleiner Junge, hatte immer angst vor Leuten in diesen Klamotten. Das hat sich natürlich mittlerweile geändert. Erstaunlich, dass es Kleidung gibt die uns Angst macht. Das paradoxe daran: mein Ex Partner trug diese Marken auch und ist alles andere als rechts-, nazi- oder Pegida- orientiert. Was also ließ mich und lässt andere angst davor haben? Es ist die scheinbare Brutalität und Gewalt, sowie Kriminalität die uns über diese Klamotten, in Verbindung mit den Trägern, kommuniziert werden. Es wird wohl kaum die Mode allein sein, die das Potenzial dazu hat, ein solches Gefühl vermitteln zu können. Hier ist es wohl eher die Kombination aus Kleidung und Mensch, der da drin steckt, oder? Ich bin mir sicher, dass jeder dieses Gefühl kennt, wenn er Nachts alleine durch die Straßen lief und eine Gruppe Männer in Bomber Jacken vorbei kam. “Oh Gott, hoffentlich sind die lieb und tun mir nichts. Einfach weiter gehen, einfach weiter gehen..Puh geschafft.” Und dann waren sie doch ganz harmlos. Die Kleidung jedoch ließ uns erstmal Angst haben?

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Es gibt aber noch ganz andere Mode die einigen Leuten einen Geschmack von Respekt schenkt. Der Style des Gothics. Für die normal, langweilig gekleideten Menschen sind die teilweise skurril, schwarz und gruselig gekleideten Wesen eher ein Geschöpf des Bösen. Schnell sehen sie aus wie Marilyn Manson und verkörpern so etwas unnahbares, etwas geheimnisvolles, was Menschen angst macht und den Kopf schütteln lässt.

Der Name von Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) lässt vermuten, dass jeder Anhänger des eingetragenem Verein angst hat vor einer Islamisierung seiner christlich oder atheistischen Welt. Demnach haben also auch die Frauen angst davor, laut dem Koran, eine Burka tragen zu müssen. Was wäre das dann für ein Fall der Mode? Bei einer Burka ist es das Geheimnisvolle wie bei einem Menschen im Gothic Style. Immerhin bringen viele eine Burka mit Terroranschlägen in Verbindung. Was natürlich ebenso großer Quatsch ist, wie die Steinar, Picaldi und Cordon Träger, sowie die Gothics in die Schiene der Gewalt zu drücken. Oder bringen sie eher die Burka mit dem Islam in Verbindung und diesen dann mit Terror? Die Mehrzahl der Bevölkerung sieht die Burka als Unterdrückung der Frau durch den Mann. Und das ist wahrlich .. sagen wir: altmodisch. Aber warum kann Mode so ein großes Vorurteil mit sich bringen? Ich frage mich wie so etwas möglich ist!? Also Angst vor Terror und Angst vor etwas “Morbiden” im Style sind zwei unterschiedliche Dinge. Bei dem einen hat man Angst vor der Gesinnung (!) bei dem anderen vielleicht einfach nur vor dem Effektvollen Aussehen (Schwarz ect.).

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Ich persönlich finde Burkas nicht schlecht, sie sind toll anzusehen. Viele Fragen sich, wie das nur vereinbar ist, mit der Individualität der jeweiligen Frau. Ich teile nicht die Ansicht des Korans, aber auch nicht die, welche in jeder Burka tragenden Frau eine radikale Terroristin sieht. Ein Freund hat mir aus seinem Ägypten Urlaub eine Mitgebracht. Ich bat ihn darum, er zögerte nicht lange. Er fragt mich dann nur, was für eine Burka ich denn gerne hätte. Welche Farbe, Form, welche Verzierung, Muster, Schmuck.. Welche Verzierung? Welcher Schmuck? Hat er nicht verstanden, dass ich einfach nur eine Burka haben möchte? Da hätte ich wissen müssen, dass es auch Burkas in den verschiedensten Ausführungen gibt. Interessant, dachte ich mir! Er brachte mir eine mit, welche schwarz ist, aber kleine Verzierungen auf den Schultern und im Brust/Oberkörper Bereich ausweist. Und das sieht echt nicht schlecht aus.

Und ich frage euch: sehe ich in Burka aus wie ein Terrorist, wie der Teufel persönlich, oder würde ich in den Klamotten, in denen Teile der Pegida Demonstranten auf die Straße gehen, gefährlich und rechtsradikal aussehen? Ich? Es sind Vorurteile, welche die Mode mit sich bringt. So wie Frauen und High Heels, mit kurzem Rock, als günstige Nacht Beilagen bezeichnet werden. Ein Wunder was die Mode kann. Die Mode mit Politik.

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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2 Kommentare

  1. Lalowa, Ines
    24. Februar 2015 / 9:34

    Würde ich Kopftuch oder Burka tragen, hätte ich weniger Probleme. Ich hätte keine vermutlich Kiefergelenksentzündung. Bei einer Bewerbung würde ich nicht nach dem Aussehen taxiert werden, sondern nach dem Grips. Bevor ich auf die Straße gehe, stünde ich nicht immer vor der verzweifelten Frage, was ziehe ich an, was mache ich mit diesen verdammten Haaren (Die schlimmsten Kritiker sind die Frauen).

    • 24. Februar 2015 / 17:52

      Hallo Lalowa Ines,
      ich musste wahrlich sehr schmunzeln als ich deinen Kommentar gelesen habe. Da hast du natürlich irgendwie recht, mit dem was du sagst! :)
      Aus der Perspektive hatte ich das noch gar nicht gesehen! ;-)

      mit den modischsten Grüßen, Matthew.

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