Pre – Fashion Week Gedanken

Fashion Blog Mister Matthew Fashion Week

Morgen ist es wieder soweit. Das Fashion Week Zelt am Brandenburger Tor öffnet seine Türen und heißt alle geladenen Fashionistas willkommen. Eine Woche voller Mode, Kunst und Lifestyle beginnt. Egal wo man hinschaut, man sieht nur hübsche, einflussreiche Menschen. Die einen mehr, die anderen weniger. Und während ich hier an meinem Schreibtisch sitze, meine Fashion Week Termine in eine Exel Tabelle tippe und endlos viele Emails beantworte, überkommen mich meine alljährlichen, depressiven Fashion Week Gedanken. “Warum, wieso, weshalb?”.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Blogger Job, ich liebe die Berliner Fashion Week, mit all seinem Glamour und all seinen Schattenseiten, ich liebe Mode, seine Geschöpfe und die ganze Welt drumherum, aber ich frage mich: Warum machen wir den ganzen Zirkus eigentlich mit? Eine Woche in der es nur um Oberflächlichkeiten geht.
Wer hat die schönste, teuerste Tasche?
Wer hat die stärksten Wangenknochen?
Wer die besseren Kooperationen?
Wer ist wo eingeladen?
Wer kennt wen?
Wer hat wie viele Follower? Reichweite? Preise?

Ein Teil der Fashion Week zu sein bedeutet, ein Teil all dieser Fragen zu sein. Und dafür schäme ich mich manchmal. Manchmal sogar sehr oft. Warum machen wir Blogger, Designer, Models, Fotografen, Journalisten, Reporter, Agenten diesen ganzen Zirkus eigentlich mit? Halten wir uns für etwas Besseres, wenn wir an allen Anderen vorbeilaufen und in das Fashion Week Zelt gehen dürfen? Masturbieren wir heimlich im Hotelzimmer darüber, dass wir im Club xy auf der Gästeliste stehen? Feiern wir uns selber mit einer Flasche Champagner, weil wir noch mehr Geld verdient haben, als im Quartal zuvor? Sicherlich gibt es einige, die den Sinn der Fashion Week immer noch nicht verstanden haben oder ihn auch nicht verstehen wollen. Sie viel lieber als Plattform nehmen, um sich zu präsentieren, anstatt zu profilieren. Es dürfte kein Zufall sein, dass in ‘profilieren’ das Wörtchen ‘Profi’ steckt. Doch so oft hat Fashion Week Besucher sein absolut nichts mit ‘Profi sein’ zu tun.

Wir bekommen Getränke ausgegeben, schütteln fremden Menschen (sie kennen uns, aber wir sie nicht) die Hände, werden von Followern erkannt, bekommen kostenlose Kleidungsstücke und riesengroße Goodiebags geschenkt und bleiben am Ende des Tages dennoch ganz normale Menschen. Wie kann es da sein, dass viele aus der Branche einen Höhenflug erleiden und meinen, dass sie etwas Besseres wären, nur weil sie 20.000 Follower haben, statt 200, wie der Durchschnitt?
Haben diese Menschen nicht verstanden, dass die Fashion Week dazu da ist, die Mode zu zelebrieren und nicht sich selber? Hochmut kommt vor dem Fall.

“Wie viele Leser hast du?”, werde ich von einer einflussreichen Person gefragt, mit der ich mir das Taxi teile. “Im letzten Zeitraum hat mein Blog 100.000 Klicks zu verzeichnen.” antworte ich, als die Person plötzliche ihre Augenbraue hebt und schweigend aus dem Fenster sieht. Das Gespräch ist beendet. Ich sehe diese Person nicht wieder. In dem Moment fühlte ich mich ein kleines bisschen wie ein 3. Klasse Passagier auf der Titanic. “Nein tut mir leid, nur für 1. Klasse Passagiere.”.

Ein Teil dieser Welt zu sein ist Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite kann man mit Gleichgesinnten zusammenarbeiten. Jeder hat dafür Verständnis was du treibst, weil es auch jeder versteht. Die Arbeit mit kreativen Menschen macht unheimlich Spaß – allgemein Arbeit die nicht so trocken ist und nach ‘0815’ schreit. Man hat Bewunderer und Leute die einen lieben. Auf der anderen Seite hat man einen großen Pool an Konkurrenz, hochgezogenen Augenbrauen und eingebildeten Fotzen, die auf einen herabschauen, weil man nur die hälfte der Reichweite hat, wie sie selber.

Doch irgendwo, zwischen Champagner und Follower Zahlen, findet man sie doch, die netten, sehr aufrichtigen, vielseitig interessierten Fashionistas, wie die liebe Juliette von juliette-jolie. Mit ihr werde ich mich zur Fashion Week treffen, sie ein bisschen mitnehmen in die Fashion Week Welt. Es ist ihr erstes Mal!
Ich freue mich schon auf kommende Woche, auch wenn man hier und da einigen Vollpfosten begegnen wird. Diesmal werde ich meine Erlebnisse in meinem Vlog festhalten, sodass ihr einen noch besseren Einblick in die Fashion Week, in die Welt der Mode bekommt.



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Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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