Schule macht hässlich

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Schule macht hässlich. Eine These die ich in den Raum werfen möchte. Ist das wirklich so? Oder bilde ich mir das nur ein? Die Antwort ist Ja – und Nein!

Was viele immer nicht wirklich von mir wissen: Ich mache gerade mein Abitur. Auch wenn Ich oft als Student und somit für älter gehalten werde, bin ich in Wirklichkeit erst süße 19 Jahre jung und feile gerade noch an meiner Hochschulreife. Oft bekomme ich gesagt, dass man gar nicht glauben kann, dass ich noch zur Schule gehe, da ich einen deutlich reiferen und ‘erfolgreicheren’ Eindruck mache, als ‘bloß’ zur Schule zu gehen. Vielen Dank an der Stelle. Aber ich bleibe lieber noch weiterhin meine 19 Jahre jung.

Da ich dieses Jahr nun (endlich) meine Schullaufbahn abschließe, blicke ich zurück auf meine Schulzeit und muss etwas ganz erstaunliches feststellen: Irgendwie sind wir Schüler in einem ganz bestimmten Intervall erst hübscher – dann aber wieder hässlicher geworden. Einschließlich mir. Kaum kommt man in die weiterführende Schule, so klingelt auch schon die Pubertät an der Tür. Aus Jungs werden Männer und aus Mädchen werden Frauen. Zunächst wird der Anblick besser – Erwachsene haben eben mehr Ausstrahlung, Charakter im Face, Sexappeal .. als Kinder. Logisch und das ist auch gut so. Auch die Kleidung wird schicker, harmonischer und bewusster gewählt. Wir verlassen das Kinderalter und werden mehr oder weniger gut aussehende Jugendliche.
Und hier liegt der Knackpunkt. Am Gipfel der Pubertät, mit all seinen Selbstzweifeln und ‘Ich möchte schicker sein als er/sie’, angelangt, sehen wir fast alle aus wie Models. Unsere Kleidung, unser Styling tragen wir überwiegend um unserem Schwarm zu gefallen, um cool und kein Außenseiter zu sein, um Schwächen zu verstecken.

Mit dem Abschließen der Pubertät und dem Voranschreiten des Alters, sowie der Jahrgangsstufe, schlägt dieses Phänomen wieder in die andere Richtung. Irgendwie werden wir alle wieder hässlicher. In der Schule. Schick gemacht wird sich jetzt fast nur noch für irgendwelche Ausflüge, Instagram Fotos, Events, Partys oder wenn man mit Freunden ‘in die Stadt geht’. Aus dem einstigen Model-Look ist irgendwie ein ‘Ich bin müde-Ich hasse Schule-und alles ist doof” Look geworden. Warum noch hübsch machen für Lehrer und Schüler? Man kennt sich, muss sich nicht mehr beweisen und das Aussehen wird wieder lässiger. Die Mädchen tragen weniger Make Up, greifen eher zum Sneaker als zu den Ballerinas, während die Jungs sich wieder praktisch statt cool anziehen. Die Schul-Model-Ära ist etwa ab der 8 Klasse vorbei. Ungefähr der Zeitpunkt an dem dir spätestens zu 100% klar sein sollte, dass es egal ist was andere über dich denken. Nicht zuletzt auch, weil die Schüler und Mitmenschen spätestens in dem Alter gelernt haben sollten, dass Kleider eben doch keine Leute machen.

Da jetzt weniger auf sein Aussehen und somit ‘gutes Ankommen’ geachtet wird, wird auch wieder mehr auf den Charakter des Gegenübers geschaut. Und das kann ja nicht schlecht sein.
Also werden wir wirklich hässlicher, umso länger wir in der Schule sind? Nicht so ganz. Vielleicht ist das hässlich werden einfach nur ein Ausdruck, ein Nebeneffekt, des Altern und Reifens. Denn wenn wir reifer werden, stellen wir fest, dass Kleidung und gutes Aussehen bei weitem nicht alles sind.

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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