Selbstbewusstsein durch Mode

Selbstbewusstsein durch Mode

Selbstbewusstsein durch Mode? Ist das überhaupt möglich? Oder einfach eine überflüssige Art den Menschen Mut zu machen, die offensichtlich zu wenig haben. Ist es einfach eine beruhigende Floskel die man seinem Gegenüber an den Kopf haut, damit dieser Ruhe gibt, damit dieser endlich Selbstbewusst ist? Ich möchte euch meine Geschichte erzählen.

Als ich noch ein kleiner Junge war, gepackt in eine Strickjacke gekauft von Mutti, zur Schule ging und fern ab jeglicher Mode Welt lebte, war ich nicht nur einfach ein kleiner, freier Junge, ich war ein Gefangener meiner Gedanken, meiner Umwelt, meines Ichs. Oft erfuhr ich Mobbing und Beleidigung von anderen, größeren, älteren. Irgendetwas schien ihnen an mir nicht gefallen zu haben. War es mein Aussehen? Ich trug Brille, hatte lange Haare und Akne. Oder war es mein Charakter, den sie eigentlich gar nicht hätten kennen können, da ich noch nie ein Wort mit ihnen gewechselt hatte.

Mein eigenes Selbstbewusstsein durch Mode

Was also war es nun, was sie mich beleidigen lies, doch vor allem, viel wichtiger noch, was war es, was mich an mir selbst zweifeln lies? Schaue ich aus der heutigen Zeit zurück, so kann ich ganz klar sagen, dass es mein Aussehen war. Ich sah einfach furchtbar aus. Meine Klamotten stimmten überhaupt nicht, meine Haare waren zum Schreien, mein ganzer Look schrie bereits einfach “Mob mich!”. Ich sah nicht nur uncool aus, ich sah lächerlich aus. Doch muss man einen Menschen deswegen so fertig machen? Weil er nicht gut genug aussieht?

Ich fühlte mich selbst nicht besonders wohl. Und ich denke, dass ich dieses Gefühl der Unsicherheit einfach nach Außen getragen habe. Ich habe selbst keinen Respekt vor mir gehabt, weil ich mir einfach nicht gefallen habe. Und irgendwann, wenn man es dir nur lange und hartnäckig genug eintrichtert, glaubst du es ja auch selber. Sprüche wie “Schwuchtel”, “Nerd” und “Hässlonn” waren keine Seltenheit. Der schlimmste Spruch von allen aber war: “Wie kann dich deine Mutter nur aus dem Haus lassen..?”. Ich meine: wisst ihr wie dieser Spruch sitzt?

Zeit verging, Wunden verheilten, wurden wieder aufgerissen, verheilten erneut, um wieder aufgerissen zu werden. Und ich wandelte mich, umso mehr Zeit verging. Ich entdeckte das es etwas gibt, womit man sich hübscher, attraktiver und vor allem interessanter machen kann! Das Zaubermittel nennt sich Mode. Immer mehr fiel ich der Mode zum Opfer. Ich verabschiedete mich von meinem schrecklichen Look und erfand mich komplett neu. Auffallen und gut aussehen, das war mein Motto. Ich wollte die Leute, welche mich einst für hässlich hielten, aufrütteln und ihnen zeigen, dass auch ich hübsch sein kann, noch viel mehr als sie es jemals sein würden,.. wegen ihrem Charakter.

Ich entdeckte, dass man mit Mode so viel Ausdrücken, Verändern und Verstecken kann. So kann Mode einen schlank zaubern, es kann dich künstlerisch, elegant, stilvoll, intelligent, verrückt aussehen lassen. Alles wollte ich, bloß nicht langweilig. Und umso auffälliger ich mich kleidete, umso mehr Klamotten ich mir kaufte und provokant kombinierte, desto leiser wurden die Stimmen, welche mich auf mein Aussehen hatten reduziert.

Mittlerweile bin ich gereift und sehe, dass Mode ein toller Begleiter ist um sich selbst, sein Inneres und ein bisschen mehr Selbstbewusstsein zu finden. Mode ist halt einfach wie eine zweite Haut, die man sich überziehen, aber auch wieder abziehen kann.

Kleider machen eben doch Leute.

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Mister Matthew
Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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4 Kommentare

  1. 23. April 2015 / 11:41

    Emotionaler und ehrlicher Beitrag! Danke dafür

  2. 23. April 2015 / 9:07

    Ein Beitrag der Mut macht!
    Vielen Dank für diese Wort.

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