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Sex ohne Liebe

Sex ohne Liebe

Sex ohne Liebe?

Sex ohne Liebe? Ist das möglich? Na aber sowas von! Da brauchen wir gar nicht lange um den sexuellen Brei herumreden und können einen potenziellen Spannungsbogen gleich mal vergessen. Sex ohne Liebe ist möglich. Das beweisen uns nicht nur viele Hollywoodfilme, Pornos oder Prostituierte, sondern vor allem auch viele Klischees, Frauen und Männer (und alles dazwischen) auf Dating-Apps sowie Berichte und Erzählungen von Freunden und Fremden. Das noch vor wenigen Jahrzehnten so hochgehaltene Techtelmechtel zwischen zwei sich liebenden Menschen genießt zwar immer noch eine sehr angesehene Stellung in der Gesellschaft, hat aber über die Jahre einiges an Konkurrenz bekommen. Zwischen den Sex mit Liebe, drängt sich immer mehr der Sex ohne Liebe. Und das ist vollkommen normal und irgendwie auch unspektakulär. Doch wie verhält es sich mit den Menschen, die keinen Sex ohne Liebe haben wollen oder können? Das ist viel interessanter.

,,Wenn wir lieben, dann steht die Welt Kopf. Das tut sie aber auch manchmal, wenn wir nicht lieben, zum Beispiel dann, wenn wir eine verdrehte Stellung aus dem Kamasutra probieren.“

Mister Matthew

Sex ohne Liebe, ist das möglich? Kolumne über Sex und Liebe von Mister Matthew (Matthias Limmer) | starke Augenbrauen Junge mit offenem Hemd | 3

Sex ohne Liebe und Liebe ohne Sex

Während uns an vielen Ecken und Enden im Leben der Geschlechtsverkehr ohne die große Liebe fast schon diktatorisch eingeflößt wird, bleiben sie dennoch hartnäckig bestehen: Menschen, die das nicht können. Das finde ich irgendwie seltsam und, wenn ich ganz ehrlich bin, auch ein kleines bisschen dämlich, doch eine Gesellschaft lebt vom Kommunizieren und Verstehen. Und eben diese Menschen möchte ich verstehen. Wie kann man eine so natürliche Sache unter die Voraussetzung einer ebenso natürlichen Sache stellen? Denn wie Sex auch, kann man Liebe nicht erzwingen, eben weil es aus der Natur der Menschen heraus entsteht. Und manchmal tickt die Natur ganz anders, als wir das von ihr erwarten. Wenn uns dann also kein Liebender über den Weg läuft, was natürlich potentiell immer der Fall sein kann, sollen wir unser Verlangen nach Sex unterdrücken, was dann alles andere als natürlich wäre? Eine Gleichung, die nicht aufgeht.

Sex ist ein einfaches, menschliches Bedürfnis. Liebe auch. Warum sollte dann also die Befriedigung des einem, von dem anderen abhängig sein? Das ist ein bisschen so als würde man sagen, dass man nur atmen dürfte, wenn man auch sehen kann. Oder andersherum. Apropos andersherum: Liebe ohne Sex geht doch auch, warum dann also nicht invers? Ich komme nicht umhin mich zu fragen: ist die Gesellschaft daran schuld, dass einige Menschen keinen Sex ohne Liebe haben wollen? Ich glaube schon. Auch wenn die Gesellschaft eine ziemlich plumpe und einfache Erklärung dafür wäre, so ist es wohl die einzig Richtige. Wie leider so oft. Es ist nämlich fast immer die Gesellschaft, die im Laufe der Jahre der Entwicklung ihre Finger erhob und sich gegenseitig ermahnte.

,,Schau mal, die hat schon ein Kind aber ist nicht verheiratet.“

,,Schau mal, da ist die Schlampe wieder. Schläft doch mit jedem hier im Dorf.“

,,Schau mal, die hat noch immer keinen Ehemann.“

Rudelbumsen ohne Amor?

Die Läster-Liste mit solch vorwurfsvollen Dingen könnte man ewig und drei Tage so fortsetzen und würde noch immer kein Ende finden. Die Gesellschaft hat sich schon immer fleißig gegenseitig ermahnt und mit dem Finger auf schlechte Beispiele gezeigt, was vielleicht für Gesetze und Verordnungen, nicht aber für die einzelnen Privatleben von uns Menschen funktioniert. Ganz im Gegenteil. Denn während wir bei einer Sache, die wir selbst nicht so toll finden, ganz fleißig den Finger erheben, erlauben wir es damit auch anderen, genau das Gleiche zu tun – aber manchmal vielleicht mit einer Sache, die uns dann selbst betrifft, die den Finger auf uns zeigen lässt.

Diese Finger und die damit verbundenen Normen sind wohl noch zu sehr in den Köpfen von einigen Menschen verankert, weshalb es ihnen dann schwerfällt, Sex auch ohne Liebe zu haben. Einen nicht so kleinen Teil spielen hierbei auch die Religionen dieser Welt, denke ich. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Religionen gerne mal den Mund und Finger über Sex und Liebe erheben und bitterlich versuchen die Gesellschaft zu ermahnen. ,,Schau mal, …“ – und diese Ermahnungen gingen wirklich viele Jahrhunderte gut. Bis jetzt. Losgelöst von zu konventionellen, eingestaubten und überhaupt nicht zukunftsfähigen Modellen, kann sich eine Gesellschaft viel freier entfalten, wenn nicht ständig der Finger erhoben und das Verhalten ermahnt wird. Das bedeutet natürlich nicht, dass im 21. Jahrhundert das große Rudelbumsen ohne Amor beginnt, aber die Keuschheitsgürtel braucht nun wahrlich auch kein Mensch mehr – wie die totgetragenen und vollkommen hässlichen Gürtel von Gucci und Hermès.

Sex ohne Liebe, ist das möglich? Kolumne über Sex und Liebe von Mister Matthew (Matthias Limmer) | starke Augenbrauen Junge mit offenem Hemd | 2

Sex ohne Liebe, ist das möglich? Kolumne über Sex und Liebe von Mister Matthew (Matthias Limmer) | starke Augenbrauen Junge mit offenem Hemd | 5

Habt auch Sex ohne Liebe – bitte?

Sex ohne Liebe ist gesund für den Körper und auch ein wahrlich gutes Training. Gesund deshalb, weil Sex unheimlich befreien, befriedigen und letztendlich auch Glückshormone ausschütten kann. Gutes Training deshalb, weil man so für die noch kommende, ach so große Liebe bei der schönsten Nebensache der Welt nicht wie ein absoluter Amateur daherkommt. Denn wie schade wäre es bitte, wenn die große Liebe wegen dem schlechten Sex tschüss Adé sagt. Das kann ja auch Keiner wollen.

Sex ohne Liebe ist modern. Wofür wären gesellschaftliche Entwicklung, Emanzipation und Erarbeiten von Freiheit gewesen, wenn wir nun noch immer in einer Gesellschaft leben würden, die beim Geschlechtsverkehr so rückschrittlich ist wie bei Themen zu Klima- und Tierschutz? Zwischen Eat, Pray und Love drängen sich eben auch Sex und Replay – und zwar immer und immer wieder. Während asexuelle Menschen Liebe ohne Sex haben, sollten wir auch Sex ohne Liebe haben können, ohne gleich mit der großen Moralkeule um uns zu schlagen, wodurch mehr Schaden entsteht als durch das reine Befriedigen von sexuellen, natürlichen Bedürfnissen. Also, zieht los und habt Sex ohne Liebe, solange ihr die große Liebe findet – oder gar darüber hinaus.

Lieber Sex ohne Liebe als gar keinen Sex.

Sex ohne Liebe, ist das möglich? Kolumne über Sex und Liebe von Mister Matthew (Matthias Limmer) | starke Augenbrauen Junge mit offenem Hemd | 6

Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem Fashion Blog für Männer ,,Mister Matthew”. Seit 2014 berichtet er täglich über seine Outfits und Reisen, Events und Fashion Weeks, über aktuelle Trends und No-Gos, seinen Alltag und seine Erlebnisse. Mister Matthew liebt die guten und schönen Seiten des Lebens und ist ein positiver Mensch durch und durch. Sein Blog steht dabei für hochwertigen und einmaligen Inhalt.

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2 Kommentare

  1. S
    25. Februar 2019 / 1:10

    Lieber Matthias,
    ich glaube ich verstehe deine Intention hinter dieser Kolumne, muss aber sagen genauso wie es okay sein sollte Sex ohne Liebe (womit du sicherlich romantische Liebe meinst) zu haben, sollte es auch okay sein wenn Menschen „nur“ Sex mit Liebe haben (Liebe ist dabei ja ein sehr subjektiver Begriff und in diesem Fall kann damit beispielsweise auch ein allgemeineres Gefühl einer tieferen Verbundenheit/Freundschaft gemeint sein). Die Aussage alle Menschen die nur letzteres praktizieren seien alle nur zu prüde oder zu sehr von gesellschaftlichen Einflüssen geprägt, ist sehr pauschalisierend und diskriminierend gegenüber demisexuellen Menschen. Ich beispielsweise brauche eine gewisse Verbundenheit und Zeit zum Kennenlernen bevor ich das Bedürfnis verspüre mit jemanden zu schlafen bzw. auch generell körperliche Nähe auszutauschen wie küssen oder kuscheln. Und ja ich habe früher Sex ohne diese Bedingungen ausprobiert, weil ich mir dessen nicht bewusst war und nicht als langweilig oder prüde gelten wollte und es hat mir weder gefallen noch mich befriedigt. Das heißt aber nicht, dass ich Menschen verurteile die Spaß daran haben ohne Liebe oder mit Menschen die sie erst eine Stunde vorher kennen gelernt haben zu schlafen, wenn dass im gegenseitigen Einvernehmen stattfindet. Es soll einfach jeder so Sex haben wie er Lust hat, und ob da Liebe oder nicht im Spiel ist geht nur jeden selbst an und vielleicht noch die Person mit der man Sex hat.
    Außerdem finde ich einige Aussagen die du in deiner Kolumne triffst fragwürdig, aber vielleicht hast du dass auch einfach provokant gemeint. Wenn ja dann ist das leider einfach nur plump und unreflektiert.
    1. Warum sollte jemand der „nur“ Sex aus Liebe hat und vielleicht in zwei Langzeitbeziehungen war und sich in diesen mit dem/der jeweiligen Partner*in sexuell ausprobiert hat, weniger Erfahrung haben als jemand der vielleicht „nur“ One-Night-Stands hatte? Ich sage nicht dass es so sein muss, halte es aber für unmöglich darüber eine pauschale Aussage zu treffen
    2. Warum ist jemand der weniger Erfahrung hat automatisch schlecht im Bett? Und bedeutet das im Umkehrschluss, dass jeder der viel Erfahrung (was auch immer das bedeutet) gut im Bett ist?
    3. Warum sollte man seine „große Liebe“ nur wegen schlechtem Sex verlieren? Dann kann es doch gar nicht die „große Liebe“ wie sie idealtypisch immer angepriesen wird gewesen sein oder? Und vor allem sollte man in einer gesunden Beziehung (egal ob monogam, polyamorös oder was auch immer) nicht in der Lage sein über Probleme wie schlechten Sex zu kommunizieren und diese gemeinsam zu lösen und nicht sofort wegrennen? Ich denke wenn man dazu nicht in der Lage ist, ist es allgemein schwierig eine Beziehung zu führen egal ob guter Sex oder schlechter Sex.
    4. Ist diese „große Liebe“ das ultimative Ideal für alle Menschen? Wenn ja, bist du dann nicht selbst auf gewisse gesellschaftliche Idealvorstellungen und Vorgaben hereingefallen?
    5. Man kann nicht pauschal sagen, dass asexuelle Menschen keinen Sex haben. Bitte lies dich ein bisschen in die Thematik ein bevor du dazu etwas schreibst. Selbst wenn es dir vor allem darum geht deine Meinung zu sagen, rechtfertigt das nicht die Reproduktion von Vorurteilen.

    • 25. Februar 2019 / 22:34

      Hallo S,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich immer über Feedback, Austausch und auch Diskussion. Nur um kurz das Verständnis einer Kolumne zu klären, weil ich ein bisschen das Gefühl habe, als solle ich es wie Fachliteratur jedem recht machen, hier die Definition von Wikipedia: ,,Die Kolumne unterscheidet sich vor allem in Abgrenzung zur Glosse dadurch, dass diese stark personalisiert ist und weniger recherchiert.“

      Nun zu deinen Fragen und Aussagen. Woher entnimmst du, dass ich alle Menschen die keinen Sex ohne Liebe wollen als prüde bezeichne? Das steht so nicht im Text.

      1./2. Ich habe damit nicht pauschalisiert, dass das zwangsläufig so ist. In der Regel kann man etwas immer besser, desto öfter man es macht. Warum siehst du in so vielen Gedankengängen von mir eine pauschale Aussage?

      3. Man kann eine große Liebe auch durch andere Dinge verlieren, klar. Habe ich nicht verneint. Man kann eine Liebe aber auch aufgrund von schlechtem Sex verlieren. In dem Artikel geht es eben um Sex. Es gibt Paare die trotzdem zusammenbleiben und Paare die sich deswegen trennen. Ich schreibe ja extra: ,,wie schade wäre es bitte“ und ,,Das kann ja auch keiner wollen.“

      4. Wenn im Text von ,,große Liebe“ die Rede ist, dann ist das sarkastisch gemeint, weil ich nicht an die Liebe und das damit verbundene ,,Sex-Aufsparen“ glaube.

      5. Ich kenne die Thematik um Asexualität sehr gut. Ich bekomme langsam den Eindruck, dass du meinen Text nicht ordentlich liest? Im Text steht: ,,Während asexuelle Menschen Liebe ohne Sex haben, sollten wir auch Sex ohne Liebe haben können.“ Das letzte Können bezieht sich also auch auf ,,während asexuelle Menschen Liebe ohne Sex haben KÖNNEN.“ – davon, dass sie das ausschließlich so haben, ist keine Rede.

      Ich finde, dass ich, dafür das es eine Kolumne ist, noch recht sparsam mit eigener Meinung und Übertreibung war. Gerne empfehle ich dir meinen 1. Artikel aus meiner Sex-Kolumne, über den Sex nach einer Party. Der wird dir sicherlich gefallen, mit meinen ganzen pauschalen Aussagen, Vorurteilen und nicht gut recherchierten Thematiken.

      PS: man kann hier Dinge im Text pauschalisierend sehen, muss man aber nicht. Sollte man im Zweifel nicht vielleicht lieber Fragen, bevor man es mir vorwirft? Ist das nicht auch pauschalisierend?

      Modische Grüße,

      Mister Matthew

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