Sex wie im Porno

Sex wie im Porno

Sex wie im Porno

Mal ganz im Ernst: Wer hat denn wirklich Sex wie im Porno ? Ich meine so absolut zu 100%, wie man es in diversen Filmchen zu sehen bekommt: Make Up on point, 627 verschiedene Stellungen, absolut hell erleuchteter Raum und zum Abschluss einen perfekten Cumshot.
W e r ?
Die Frage schwirrt mir, zusammen mit einer anderen, schon tagelang im Kopf herum. Und während ich mich frage ‘Wer schon Sex wie im Porno hat’, komm ich nicht umhin mich zu fragen, ob überhaupt jemand die Dinge so tut, wie man sie in Filmen, Werbung oder auf Plakaten sieht.

Wenn die Leute keinen Sex wie im Porno haben, dann tragen sie die Kleidung/den Look/das Make Up auch nicht so, wie sie es in Katalogen, in Werbespots oder auf den Laufstegen präsentiert bekommen. Ausreden wie “das wäre ja too much” – “Die Kleidung ist halt nicht alltagstauglich” – oder “Es ist halt zu heftig gestylt” sind nur Einige von Vielen, wenn es um das Thema “Looks wie im Werbespot tragen” geht.
Ebenso verhält es sich mit den Pornos: too much, kaum alltagstauglich (wer hat schon einen Whirlpool oder einen Barhocker, auf dem man es treiben kann?) und die Protagonisten sind viel zu sehr gestylt. Welcher Lippenstift hält denn schon über den Blowjob hinaus?

Die Quintessenz der Frage ‘Sex wie im Porno?’ liegt also darin, dass die Leute es nicht einmal versuchen, es nicht einmal ansteuern, annähernd Sex wie im Porno zu haben. Auch versuchen sie nicht 1:1 so auszusehen wie das Model auf dem Werbeplakat oder wie die Looks auf dem Runway.
Wohl erwartet sie wenig Toleranz auf den Straßen.

“Schau mal wie die rumläuft. Viel zu Overdressed. Was denkt sie wer sie ist? Will sie einen auf Model machen?”.

Ebenso verhält es sich mit den Pornos. Man würde auf wenig Verständnis stoßen, wenn man anfängt den Handwerker zu besteigen, im Garten Sex zu haben oder versucht auf dem Rastplatz die Motorhaube als Bett zu benutzten. “Das wäre ja too much..”





Also bleiben die Menschen lieber in ihrem richtigen Bett, haben im Dunkeln, so ganz ohne Make Up und Handwerker Kleidung, Sex.
Also kleiden sie sich völlig normal in Tshirt und Jeans und weniger wie ein Haute-Couture Model. Das ist weniger anstößig. Konform ist hier das Zauberwort.

Doch machen 0815 Sex oder langanhaltende Basic-Kleidung wirklich glücklich? Für den Moment vielleicht ja. Aber auf Dauer? Sollte sich durch das Abweichen der Standards (sexueller oder modischer Standards) nicht ein Gefühl von Individualität im Körper breit machen? Ein Gefühl des Glücks, dass man ‘anders’, irgendwie eigen, ist?

Doch was ist Glück eigentlich genau? Glück ist die pure Abwesenheit von Leid. Und die erfahren die Meisten eben nur, wenn sie von ihrem Umfeld gemocht und toleriert werden. Kleiden sie sich zu verrückt oder haben sie zu spezifische sexuelle Vorlieben, dann werden sie ‘schief angeguckt’. Beim Standard schauen Alle weg und man ist ungestörter. Ein Gefühl des Friedens macht sich im Körper breit.
Und auch wenn das Leid nun abwesend ist, fehlt immer noch Individualität um aus der Masse hervorzustechen, um ein eigenes Individuum zu sein, welches letztendlich glücklicher machen kann/sollte, als es die Akzeptanz der Gesellschaft tut.

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Mister Matthew
Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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2 Kommentare

  1. 15. April 2016 / 14:08

    Vom Porno zur Werbung zur Konformität zum Glück – du sprichst viele Dinge an, strapazierst die Metapher des Pornos aber so sehr, das die Grundgedanken für mich untergehen.

    Grundsätzlich hast natürlich rech: Mode sieht nie so aus wie in Zeitungen. Und manche Stücke sind mehr Kunst als Alltag.

    Aber wir sollten einen Kompromiss finden – man kann sich in “normalen” Klamotten wohlfühlen, sie aber mit ein paar Accessoires pimpen. Man muss aber auch nicht im Karoanzug durch die Stadt laufen, wenn einem das zuviel ist.

    Es geht manchmal nicht darum, akzeptiert zu sein, sondern um die Frage wodurch ich mich ausdrücke und was andere in mir sehen sollen. Wenn ich ein Mensch bin, der Mode liebt und einen Streifenhörnchen-Anzug trage, dann weiß mein Umfeld “Mit dem kannste darüber fachsimpeln!” Wenn ich jemand bin, der sich gern mit Worten ausdrückt oder gerne Matheformeln bearbeitet, dann ist mir Kleidung nicht wichtig. Dann möchte ich mit meinem “Basics” genau das sagen – “Äußerlichkeiten sind mir egal”

    PS 1: Wer meint, 0815-Sex zu haben, hat noch nicht genau hingeguckt. Wie die Sache mit den Accessoires :-)

    PS 2: Du suchst einen Lippenstift, der nen Blowjob übersteht – nimm ne Liptint oder einen Farbwechsellippenstift :-) Auch wenn es nur ne Metapher war – sie halten!

  2. 13. April 2016 / 15:29

    MEGA!! Ich musste echt mal kurz schmunzeln, weil du einfach so recht hast! Man aber nie wirklich dadrüber nachdenkt ?!

    Ehrliche Worte, wo viele sicher auch schon wieder denken werden… IST DAS WIRKLICH FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT!
    Ich weiß ja wie das ist!

    Liebst <3

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