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Summer Afternoon am See

Summer Afternoon am See


Ein melancholischer Text, geschrieben von Mister Matthew

Es war das Haus am See, das ihm so gut gefiel. Doch ich weigerte mich. Ich wollte nicht. Ich hatte keinen Plan B, nur meinen Plan A, der in dem Haus am See nicht funktionieren würde. Ich tat einen Schritt zurück, er blieb stehen. Ich tat einen Schritt auf ihn zu, doch er blieb stehen. Er blieb standhaft mit seiner Entscheidung. Er wollte das Haus am See, das ihm so gut gefiel. Vorbei an der Siedlung, vorbei an meinen Plänen, die Straße entlang, bis der Wald begann.Summer Afternoon zwei Männer mit Klamotten am See und im SeeZwei Männer mit Kleidung im Wasser am See SchilfSummer Afternoon am See Zwei Männer mit Klamotten im See am Schilf

Ich stellte mir den Wald vor, das Haus und den See. Alles schien in meiner Vorstellung dunkel, dreckig, wie nicht für mich gemacht. Ich hatte Alles zurückgelassen, den Plan A, meine Wohnung und die Zukunft. Für ein bisschen Haus, für ein bisschen See – es tat weh! Und während ich ihn ansah, entdeckte ich Magie. Sie war zu sehen in seinen Augen, in seinen Haaren, seinen Adern und Händen. Diese Art von Magie, die ein Mensch versprüht, wenn er sich auf Etwas freut. Während sich mein Plan A den Todesstoß gab, als ich samt Koffer in seinen Wagen stieg, fing sein Plan A zu wirken an. Ich versuchte mich für ihn zu freuen, wirklich, aber steckte ich noch mitten auf der Beerdigung meines Plan A.Summer Afternoon am See

Summer Afternoon am See zwei Männer im Schilf am See

Angekommen, im Haus am See, das ihm so gut gefiel, erkundete ich jeden Winkel. Ich entdeckte nicht nur Räume, Bäder und lange Korridore, ich entdeckte auch mich selbst ganz neu. Und da, inmitten der großen Galerie, mit seinen großen Fenstern und Vorhängen, passierte es. Der durch den Raum peitschende Wind schloss mit einem unangenehmen Knall die Tür hinter mir und ließ im gleichen Augenblick die großen Fenster vor mir aufstoßen. Der Plan B war geweckt.Summer Afternoon gelbe Bank am SeeMister Matthew mit Klamotten am See in Leipzig

Er stand da und schien glücklich zu sein. Ich stand da und war es nicht. Doch ich spürte den entflammten Plan B in mir. Es fühlte sich warm an, sah bunt und fröhlich aus und lächelte mich an. Während das große Haus, der tiefe See und der weite Wald Dunkelheit verbreiteten. Er stand da und schien glücklich zu sein. Ich stand da und war es auch. Auf einmal. Ganz kurz. Als der Plan B in mir entflammte. Doch plötzlich ging er gefährlich nahe an den See. An den tiefen, dunklen See und blickte hinein. Ich konnte seine Magie immer noch sehen. Sie war heller, bunter und freundlicher als Alles was ich je gesehen hatte. Die Magie, sie war zu sehen. In seinen Augen, in seinen Haaren, seinen Adern und Händen. Diese Art von Magie, die ein Mensch versprüht, wenn er sich auf Etwas freut.Summer Afternoon am See 20

Summer Afternoon am See Kleidung im Wasser

Zwei Männer mit Kleidung im Wasser am See

Der Himmel zog sich zu und tauchte den See in unbegreifliche Dunkelheit. Ich hielt den in mir frisch geborenen Plan B auf meinen Armen, sah ihn an und gab ihm Halt. Ich wollte ihm meine Angst nicht zu spüren geben. Ich wollte ihm Halt geben. Ich wollte ihm das geben, was er, der mich hierher verschleppt hatte, nicht geben konnte. Und plötzlich, als ich in Hoffnung mit dem neuen Plan B am See stand, ließ er sich von dem Steg fallen, der unendlich weit in den tiefen, dunklen See reichte. Vor schreck ließ ich meinen frisch geborenen Plan B fallen und rannte zu ihm, zum See, zum Steg.Summer Afternoon am See, Mann mit Kleidung im WasserEnten am SeeMann mit Kleidung im Wasser am See

Summer Afternoon am See, Ring an Männerhand im Wasser

Ich hörte den zweiten Plan von mir sterben, als ich seinem Plan hinterherrannte. Mein Plan rief nach mir, verzweifelt und verletzt – und verlor mit jedem Schritt, den ich mich von ihm entfernte, an Magie. Ich war am See, am Ende vom Steg, wo er hineingefallen war. Ich konnte ihn nicht sehen. Weder ihn noch seine Magie. Ich wurde panisch, ganz panisch, ganz panisch und immer panischer. Ich hatte sie verloren. Den Plan A. Den Plan B. Und ihn. Also sprang ich ihm hinterher. Ich schloss die Augen und ließ mich fallen. Ich hörte noch, wie der Wind die Fenster im Haus zuknallen lies. Es war ein ohrenbetäubender Lärm, doch ich traute mich nicht mehr die Augen zu öffnen. Denn ich fiel. Ich spürte ihn noch, den Wind, wie er auf mich zugeschossen kam und den See zum toben brachte. Ich fiel in den tiefen, schwarzen See – und als ich aufkam, da sah ich ihn. Nicht ihn, der mich hierher verschleppt hatte, sondern ihn, den Plan C.Summer Afternoon am See, junger Mann mit Kleidung im Wasser

Zwei Männer mit Kleidung im Wasser am See


In Zusammenarbeit mit Maureen und Sebastian, ein Content Creator Duo aus Leipzig. Der Tag mit den Beiden am See hat mir ein paar ganz melancholische Gedanken geschenkt, die ich versucht habe in einem poetischem Text auszudrücken.

Blog: www.we-should-run.com  

Portfolio: www.malolepzie.com )


Published in Gedanken

2 Comments

  1. Die Fotostrecke gefällt mir sehr gut! Mega Umsetzung. Thumbs up

    • Hallo Halil,
      vielen lieben Dank für Deine netten Worte! 🙂
      Modische Grüße,

      Matthew <3

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