Über Vorbilder und Superhelden

In Mailand ist Fashion Week. Models und Blogger-Kollegen sind vor Ort, pendeln von Show zu Show, von Party zu Party, von Sektglas zu Sektglas, und ich, ich bin in Deutschland, spaziere durch den Wald und sammel Pilze. Ein bisschen fühle ich mich alt, älter als ich mich eigentlich fühlen sollte. Der Wald? Eher nicht so meine Location. Dennoch fühle ich mich wohl, geborgen und an Kindheitstage erinnert. Und irgendwo, zwischen Auto und Pilz, kommen zweifelnde Gedanken auf.fashion-blog-mister-matthew-über-vorbilder-und-superhelden-3Erinnert ihr euch noch an Tage, an denen Kinder noch Kinder und nicht irgendwelche Rauch-, Handy-, Facebook abhängigen Junkies waren? Tage, an denen die Vorbilder Bibi Blocksberg, Harry Potter und Zoey 101 hießen und nicht Stefanie Giesinger, Kendall Jenner oder Lindsay Lohan? In den letzten Jahren hat definitiv ein Wandel der Vorbilder stattgefunden. Ein nicht wirklich guter Wandel, wie ich finde. Ein Wandel, der mir auch ein stück weit Angst macht, da ich nicht weiß, wo die Reise noch hingehen wird. Ist es gut Models, Popstars und “Personen des öffentlichen Lebens” als Kinder Helden zu feiern? Ist man da nicht der Gefahr nahe an Leistungsdruck und Selbstzweifeln zu scheitern?

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Kindheit, nicht zu letzt weil sie nicht lange her ist. Harry Potter, so hieß meine Nummer Eins, als ich 8 war. Während für viele Kinder (!) und Tennies heutzutage die Nummer Eins Instagram ist.
Wo sind die Mädchen die auf Ponys abfahren, statt auf One Direction? Wo die Jungs die mit Drachen spielen und nicht mit Mädchen? Eine komische Welt.

Durch den Wald stampfend freue ich mich über jeden Pilz den ich finde. Ich freue mich und fühle mich an meine Kindheit erinnert. Ich war viel im Wald, habe Buden gebaut, bin Fahrrad gefahren und habe Käfer beobachtet. Und das ohne Like-Button, Adidas Schuhe oder Siri. Glücklich war ich, auch wenn ich nicht die meisten Likes in meinem Insta-Feed hatte. Rauchen? Alkohol? Partys P16? Absolut verpönt.
Doch was höre ich mich hier so melancholisch an? Ich fühle mich wie die Großmutter von Rotkäppchen, die jeden über sein Leben belehren muss. Eigentlich müsste oder könnte es mir doch egal sein, wen und was die Jugend von heute als Vorbilder hat. Aber irgendwie ist es mir nicht. Ich wünsche den heutigen jungen Menschen einfach die gleichen schönen Erfahrungen mit Märchen und Fantasie Figuren wie ich sie hatte. Rotkäppchen soll in Kinderzimmern, im Fernsehen und in Hörbüchern zu finden sein, nicht in irgendwelchen Erinnerungen von alt gewordenen Köpfen.

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Comic Grafik Flickr.com Creative Commons by Jay Malone
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Mister Matthew
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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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