Was ist denn der Matthew Effect ?

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Auf der Suche nach einem geeigneten Ort zum verreisen klicke ich mich durchs Netz und stoße, neben New York und London, auf Süd-England. Neben Sehenswürdigkeiten wie die Wookey Hole, das Eden Project oder Stonehenge gibt es ein Wikingerschiff Namens “The Matthew”. Klingt interessant und ist definitiv eine Google Suche Wert. Das Ergebnis gleicht aber keinem Schiff, aus längst vergangenen Zeiten.

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Ein Wikipedia Artikel mit dem Titel “The Matthew Effect” erscheint an erster Stelle. The Matthew Effect? Wer hätte gedacht, dass der Ausdruck “Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer ärmer” als Matthew Effect bezeichnet wird? Interessant ohne Ende! Meine Gedanken kreisen.

Hier lassen sich doch wunderbar Zusammenhänge erkennen. Werden die Reichen auch immer hübscher, wenn sie immer reicher werden? Und was passiert mit den immer ärmer werdenden Armen? Werden sie hässlicher?
Eine These aus der Soziologie, die sich auch auf die Mode und Beauty Welt anwenden lässt. “Wer hat, dem wird gegeben.” Bei den Reichen stimmt das Geld. Es kann für teure Kosmetik, Behandlungen ins Spa’s und im schlimmsten Fall für Schönheitsoperationen ausgegeben werden. Während das Konto eines armen Menschen an solchen Kassen streiken würde. Ihr Geld kann nicht überwiegend in Kosmetik und Kleidung fließen. Macht sie das in jedem Fall hässlicher? Nein, nur für oberflächliche Menschen.

Ich klicke weiter durchs Netz, lese wissenschaftliche Artikel zum Matthew Effect und fange an mich zu schämen. Wieso nennt man das den Matthew Effect? Stammend aus dem Matthäusevangelium vom “Gleichnis von den anvertrauten Talenten”:

„Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“

Robert K. Merton beschreibt den Matthew Effect durch Zitierhäufigkeit. Bekannte Autoren werden häufiger zitiert als unbekannte und werden dadurch noch bekannter. Klingt mehr als logisch, aber irgendwie wenig fair. Ein Prinzip, bei dem aktuelle Erfolge mehr durch frühere Erfolge als durch gegenwärtige Leistungen erzielt werden. Kann das gut gehen? Für den Empfänger des Erfolges mit Sicherheit.
Aber seien wir doch mal ehrlich. Versuche ich den Sachverhalt aus einem Thema zu betrachten was mir vertraut ist, so kann ich den Matthew Effect nur unterschreiben.

Bereits bekannte Blogger werden durch ihren bisherigen Erfolg weiter gepusht und gehyped, sodass sie noch mehr Erfolg ernten. Ein Weltweit bekanntes Model wird für ein großes Modehaus gebucht und wird noch bekannter. Ein guter Schauspieler bekommt aufgrund seiner zwei Oscars eine Rolle zugespielt und erhält seinen dritten Oscar. Und dabei ist Erfolg so relativ.

Der Matthew Effect ist ein sehr interessantes gesellschaftliches “Problem”. Man hätte dieses Phänomen aber auch einfach Synergieeffekt nennen können.

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Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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