Das Spiel mit dem Geld

Mister Matthew das Spiel mit dem Geld

Bei günstiger Mode scheiden sich die Geister. Die einen loben es in den Himmel, die anderen regen sich auf. Das Lager der pro günstigen Fashion Freaks freut sich über günstige Angebote, weil sie so die Taschen noch voller stopfen können. Sie machen sich keine Gedanken über Qualität der Produkte, oder über die Bedingungen, wie sie hergestellt wurden. Andere wiederum sind erbost über die ständige Geilheit nach Billigware. Sie bemängeln Qualität, Produktion sowieso und fragen sich wie man Läden wie Primark besuchen, geschweige denn feiern kann.

Das Spiel mit Dem Geld.

Ich bin da sehr gespalten, was das Thema der billig Mode angeht. Ich finde es sehr gut, dass Leute mit wenig Einkommen oder Schüler, Studenten, welche teilweise kein Einkommen haben, günstige Kleidung erwerben können. Das geht super in Primark und H&M, die billig Schleudern schlechthin, in der Modeindustrie. Und was ist so schlecht daran? Das Lager der Anti-billig Menschen sind beim Reden zwar ganz vorne mit an der Front, wenn es aber Ernst wird und es um das Handeln geht, sind sie weg vom Fenster und ändern tut sich letztendlich .. nichts. Da bringt es auch herzlich wenig sich zu echauffieren oder Läden wie die genannten zu boykottieren. Also währe mehr handeln als quatschen angesagt, das ist in der Mode dann auch IN.

Immer wieder heißt es “Primark ist am schlimmsten!”. Warum frage ich mich? Ich persönlich finde Primark eine sehr, sehr gute Alternative zum Mode Giganten H&M und ganz nebenbei auch am freundlichsten gegenüber dem Kunden. Denn auf ihre mega günstig produzierten Artikel schlagen sie keinen hohen Preis auf die Produkte obendrauf. Gewinnorientiertes Unternehmen, schon klar. Primark hält die Preise klein, sie geben Artikel ohne wenig Aufschlag an die Kunden weiter. Deshalb ist es möglich, dass Primark Hosen für 8 Euro verkaufen kann, welche H&M für 9 Euro im Angebot hat. Das liegt nicht daran, dass H&M “teurer” und somit “besser” produziert, sondern einfach mehr Gewinnmarge in der Preiskalkulation einrechnet. Das nennt sich dann wirklich Gewinnorientiert.

Es gibt Läden in denen Regelmäßig Sales stattfinden; und zwar nicht nur in H&M und Primark! Zum Beispiel Zara hat derzeit einen extremem Sale, bei denen Produkte teilweise von 50 Euro auf 10 Euro herab gesetzt sind. Und woran liegt das? Natürlich ist das Weihnachtsgeschäft vorbei, die Lager aber noch gerammelt voll, welche gewillt sind leer zu werden. Es muss Platz gemacht werden für neue Kollektionen. Und so lockt sich Zara Kunden an, denen 50 Euro vorher zu teuer waren, denn nun sind ihre Produkte auch für Leute erschwinglich, mit weniger Geld. Und sind wir ehrlich, 50 Euro sind für viele was Mode angeht viel Geld. Und so kommt es vor, dass auch ich mich im Sale bei Zara verliere, wie letztes Jahr im Sommer. Wobei ich Zara ein Hemd für den 5. Teil des Ursprung Preises abknöpfen konnte, denn es war reduziert. Und so wurde Zara ihr Produkt los, ohne großartig Werbung zu machen. Und Gewinn? Denn haben sie trotzdem genug gemacht, wenn ein Hemd 2 Euro in der Produktion kostet, oder vielleicht noch viel weniger. Ebenfalls teure Marken produzieren in China. Nicht gewusst? Neben ihren Haut Couture Produktionen, bei denen Pailetten Kleider 2 Jahre lang genäht werden. Doch haben sie auch ihre Massenware, welche möglichst schnell und günstig gemacht werden soll. Und das findet dann in Näher Fabriken in China statt, bei denen Arbeiter 50ct am Tag verdienen. Was wahrlich nichts mehr mit Mindestlohn zu tun hat.

Also schämt euch nicht wenn ihr günstige Mode tragt. Seit stolz auf Kosten eures Portmonees. Wenn ihr euch über die Produktions Umstände aufregt, dann zieht hinaus und ändert es, ansonsten ist Mund halten angesagt.

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Mister Matthew ist der Autor hinter dem gleichnamigen Modeblog für Männer: »Mister Matthew«. Seit 2014 berichtet er über die Themen Mode, Kosmetik, Lifestyle und Interior. Einzigartig in der deutschsprachigen, männlichen Bloggerszene, transportiert er auf seinem Blog individuelle als auch hochwertige Inhalte, auf künstlerische sowie ästhetische Art und Weise. Immer mit einem gewissen Twist, möchte er seine Leser*innen zu den schönen Seiten des Lebens einladen. Wenn Luxus auf Haltung trifft, begegnet man Mister Matthew. Herzlich Willkommen.

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2 Kommentare

  1. 17. Januar 2015 / 14:19

    Naja…. es ist doch irgendwie bitter, dass Zara usw. Lager räumen muss, weil man das Zeug später nichmehr verkaufen kann. Die Schnellebigkeit ist gruslig. Obwohl ein roter Pulli doch ein roter Pulli bleibt. Er muss warm halten :-(

    • 17. Januar 2015 / 18:42

      Hey Hey :)
      Natürlich bleibt ein Pulli ein Pulli, aber der Saison Wechsel verursacht nun mal, dass Waren getauscht werden müssen, von Winter zu Sommer, von Pulli zu Top! Deshalb muss in den Lagern Platz geschaffen werden! :) Aber im Prinzip hast du vollkommen recht!

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