Der Liebesbrief im Ledermantel

Der Liebesbrief im Ledermantel

Der Liebesbrief im Ledermantel

Ich saß neulich am Flughafen von London, war auf dem Weg zurück nach Dresden und versuchte ein paar Dinge an der sächsischen Hauptstadt zu finden auf die ich mich freuen kann. Es fiel mir schwer, aber es gelang mir. Der Artikel ,,Mein liebes Dresden” von Elbmargarita gab mir dann den letzten Anstoß und inspirierte mich zum Schreiben der folgenden Zeilen. Es ist kein wirkliches Geheimnis, dass ich zu Dresden eine kleine Hassliebe pflege. Geboren in Bayern, wegen der Arbeit meiner Eltern nach Dresden gezogen, hatte ich in meinen jungen Jahren keine wirkliche Alternative als nach Dresden mitzukommen. Jetzt, da ich erst vor Kurzem wieder zurück aus London gekommen bin, merke ich einmal mehr diese Hassliebe zwischen Dresden und mir. Während ich im Beitrag ,,die Mode in Dresden” den Stil der Dresdner scharf kritisiert habe, möchte ich mit diesem Liebesbrief an Dresden mal die Dinge hervorheben, die mir an Dresden tatsächlich gefallen. Denn zwischen all den schlechten und nervigen Dingen von Dresden, die ich gerade nach meinem Aufenthalt in London wieder spüre und sehe, kann man auch etwas Gutes finden. Ein Liebesbrief an eine Stadt, deren Bewohner mich in meinem Ledermantel argwöhnisch anschauen. Der Liebesbrief im Ledermantel.

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Ledermantel Outfit Details

Ledermantel: Vintage (get similar here)
Schuhe: Sebago (get it here)
Gürtel: Lerros (get it here)
Hose: Hugo Boss (get similar here)
Rollkragenpullover: Trigema (get it here)


Volle Bahnen

Die Sache die mich in London wohl am meisten aufgeregt hat, ist die Tatsache der fast immer überfüllten U-Bahnen. Für meinen Aufenthalt in der Vogue und GQ Redaktion musste ich jeden Morgen selbstverständlich pünktlich auf der Matte stehen. Die Central und die Picadilly Line haben mir das aber immer äußerst schwer machen wollen. Manchmal kam man einfach tatsächlich nicht in den Waggon, weil er so maßlos überfüllt war. Das ist nicht nur sonderlich nervig, sondern auch nicht wirklich produktiv, weil es zu Stoßzeiten unendliche Jahrzehnte braucht um von A nach B zu gelangen. In Dresden ist das komplett anders. Jahrelang war die DVB mein Chauffeur zur Schule. Zu Stoßzeiten könnte man in den Bahnen und Bussen von Dresden immer noch eine Tafel für 10 Mann aufbauen und hätte immer noch genügend Platz für Flüchtlinge.

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Allgemeine Ruhe

Nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Dresden wesentlich ruhiger und weniger befüllt, sondern allgemein die ganze Stadt. Dresden pflegt ein unfassbar ruhiges Dasein. Seien es die Supermärkte, die Straßen am Vormittag oder die Geschäfte auf der Haupteinkaufsstraße. Dresden ist ein Rentner. Hier läuft die Zeit nicht nur langsamer, bei einigen läuft sie sogar rückwärts, was so manch konservative Einstellung erklärt. Diese Ruhe ist sehr häufig nervend, gerade für die Jugend, kann aber für die richtigen Momente auch einfach nur gut tun, womit die sächsische Hauptstadt der britischen Hauptstadt um einiges voraus ist – naja, oder eben hinterher. Die Ruhe die ich in Dresden habe finde ich in keiner anderen Stadt.

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Anonymität Adé

,,Hallo!” … ,,Grüß dich!” … ,,Guten Tag!” – das wäre ungefähr die Häufigkeit an Begrüßungen von meiner Haustür zum Rathaus. In Dresden ist eine gänzliche Anonymität nicht wirklich möglich. Während man in London, einfach aufgrund der vielen Einwohner und Touristen, auf lange Zeit wunderbar anonym bleiben kann, ist das in Dresden nicht einmal für fünf Minuten möglich. Das hat sicherlich viele Nachteile, aber definitiv auch sehr viele Vorteile! Keine hundert Meter gehen zu können, ohne das du dabei einem Freund, Bekannten oder Verwandten über den Weg läufst, ist auf der einen Seite ein sozialer Aspekt und auf der anderen Seite verschafft es auf eine gewisse Art und Weise das Gefühl von Sicherheit und Willkommen sein. London dagegen kann dich in deiner eigenen Anonymität auch sehr schnell ersticken und links liegen lassen. Für diese ganz spezielle Anonymität-Adé-Attidue von Dresden liebe ich diese Stadt – manchmal.

Wohlstandsschere

Eine weitere Sache die mir in London negativ und in Dresden dafür aber positiv aufgefallen ist: die Wohlstandsschere. Während sich in London die krasseste Villa in Mayfair (Stadtteil der Reichen und Berühmten in London) an das total normal bürgerliche Haus in Paddington reiht, reiht sich in Dresden maximal ein Einfamilienhaus an einen Plattenbau. Der Unterschied des Wohlstands ist in Dresden deutlich weniger heftig ausgeprägt wie in London. Es gibt weniger Obdachlose und weniger Superreiche, dafür aber eine viel größere und stabilere Mittelschicht. Eine stabile Mittelschicht macht eine Stadt und eine Gesellschaft erst lebenswert, wie ich finde. In Dresden weiß ich dieses Aufkommen sehr zu schätzen. In London macht mir diese große, tiefe Wohlstandsschere nicht selten große Angst. Wer viel hat kann auch viel verlieren. Das wird in London immer sehr deutlich, in Dresden eben nicht.

Sauberkeit

Wie sauber ist Dresden bitteschön? Eigentlich bräuchten wir in den öffentlichen Verkehrsmitteln gar keine Tafel aufstellen, sondern könnten gleich vom Boden speisen. Dresden ist eine wirklich sehr saubere Stadt. Total dreckige Straßen, überfüllte Mülleimer und dreckige Parks sieht man höchstens nach dem Stadtfest oder nach der BRN. In London dagegen ist der Müll mindestens so inflationär wie die Streifenhörnchen im Hyde Park, die offiziell als Plage ausgesprochen sind. In Dresden ist ein vermülltes Elbufer eine Schlagzeile, in London ist der Müll selbst das Ereignis, was natürlich auch an den vielen, vielen, vielen Touristen in London liegt.

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Dresden, du Ledermantel Hasser

Dresden ist eine Stadt in der du lieber keinen Ledermantel trägst, wenn du nicht mit seltsamen Blicken klar kommst. In Dresden trägt man lieber Jeans und Pulli, was das Bodenständige von Dresden einmal mehr unterstreicht. Denkt man bodenständig darüber nach, dann hat Dresden auch nach meinen zwanzig Jahren des Behausens eine Vielzahl an positiven Aspekten. Mich heben in Dresden halt keine Museen und Gebäude mehr, weil man alles in- und auswendig kennt. Mich heben diese kleinen, alltäglichen, aber total wichtigen und schönen Dinge wie eben die Ruhe und die Sauberkeit. Dresden ist eine Stadt, deren Atmosphäre dich regelmäßig daran erinnert wie langweilig ein Leben doch sein kann, wenn du nichts an dir änderst, wenn du nichts an dir wagst. Dresden ist aber auch eine Stadt, nach deren Atmosphäre du dich sehnst, wenn du lange nicht mehr da warst, weil sich so vieles in deinem Leben verändert hat. Versteht ihr was ich meine?

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Mister Matthew

Mister Matthew ist der Autor hinter dem Fashion Blog für Männer ,,Mister Matthew”. Seit 2014 berichtet er täglich über seine Outfits und Reisen, Events und Fashion Weeks, über aktuelle Trends und No-Gos, seinen Alltag und seine Erlebnisse. Mister Matthew liebt die guten und schönen Seiten des Lebens und ist ein positiver Mensch durch und durch. Sein Blog steht dabei für hochwertigen und einmaligen Inhalt.

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