Dresden VS Mailand

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Dresden VS Mailand

Dresden ist nicht Mailand – Mailand ist nicht Dresden. Das war mir natürlich bereits vor dem Antritt meiner Reise klar. Dresden ist Dresden und Mailand ist Mailand – das ist auch gut so und soll bitte so bleiben. Eine einzige Sache hat mich allerdings bei meiner Rückkehr nach Dresden so sehr erstaunt und erschüttert, dass ich Nichts dagegen hätte, wenn sie sich ändern würde, wenn Dresden in der Hinsicht ein bisschen mehr Mailand wäre. Es geht um die Mode. Dass Mailand beim Thema Mode die Nase vorne hat, ist keine wirkliche Überraschung. Das ist für Dresden kein Nachteil und bestimmt keine Sache die sich jemals ändern wird. Was sich aber definitiv ändern muss, ist die Liberalität in Dresden der Mode gegenüber.

Ein Beitrag über verletzte Gefühle, Gedanken und Zukunftsvorstellungen.Dresden VS Mailand - Frauenkirche und Mailänder Dom - Fashion Blog Für Männer - Fashionblogger Matthias Limmer - Mister Matthew - 10

Ich lebe in einer Stadt, in der es keine Selbstverständlichkeit ist, dass dein Aussehen Jeder so akzeptiert wie es ist. Dresden ist ein Pflaster, auf dem man schnell seltsame Blicke und Beleidigungen wie ,,Schwuchtel“ zugeworfen bekommt, sobald man modisch ein bisschen aus der Reihe tanzt. Man fällt auf, polarisiert und stößt oft auf Unverständnis.

So wirklich ist das auch kein neues Problem, weil ich Dresden schon immer so kenne und Dresden eben nicht Mailand ist.

Aber die eher negative Haltung der meisten Dresdner gegenüber auffallender Mode, ist mir bei meiner Rückkehr aus Mailand erneut extrem stark aufgefallen. Es ist ganz klar: nicht Jeder hat den gleichen Modestil, nicht Jeder hat den gleichen Geschmack. Zum Glück! Dennoch birgt die modische Abneigung mancher Leute ein Problem. Das Problem beginnt bei Schubladendenken, erstreckt sich über Klischees und reicht nicht selten hin bis zu Beleidigungen und Abneigungen. Und das ist nicht ok.

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In Mailand habe ich eine Art der Liberalität in der Mode erfahren, wie ich es noch nicht zuvor erlebt hatte. Selbst das ,,ach so offene Berlin“ kann da nicht wirklich mithalten. In Milano hat sich Niemand die Mühe gemacht, mir einen komischen Blick zu zuwerfen. In Lackschuhen in der U-Bahn sitzen? Absolut kein Problem.

Gefühlt sind die Menschen in Mailand auffallendere Outfits gewohnt. Findet die Zelebrierung der Mode in Mailand doch täglich vor den Augen der Bewohner statt – Boutique hier, Fashion Week dort, Showroom da.. Das schafft eine gewisse Akzeptanz und somit eine unabdingbare, modisch sehr liberale Ausgangssituation für Jeden. Man sollte schließlich nicht Morgens vor dem Spiegel stehen und sich denken: ,,Nein, das kann ich nicht anziehen. Das sieht zu schwul aus. Das sieht zu übertrieben aus.“ Man sollte vor dem Spiegel stehen und sich einfach das anziehen können, was man Selbst möchte. Das klappt aber nur, wenn wirklich Niemand Angst davor haben muss, wegen seiner Kleidung gemobbt oder blöd angemacht zu werden.

In Dresden ist mir das schon so oft passiert, dass ich mir mittlerweile ein dickes Fell zugelegt habe. Mir tun nur eben die Leute leid, dessen Selbstbewusstsein (noch) nicht so groß ist, dass sie einen blöden Blick, von zum Beispiel einer vorbeilaufenden Schulklasse, vertragen können. Der Gedanke, dass diese weniger selbstbewusste Person dann das geliebte Kleidungsstück nicht mehr anzieht, aus Angst blöd angeschaut oder ausgelacht zu werden, bricht mir das Herz! Und es schmerzt! In Mailand habe ich keinen blöden Blick zugeworfen bekommen. Weder in der Touristengegend, im Viertel der Reichen oder im Viertel der Armen. Absolut keinen! Milano hat mich fast ein bisschen das Fürchten gelehrt, weil ich im ersten Moment total verwundert war. Keine verständnislosen Blicke? So absolut 0 ? Eine Premiere. Die wohl erste, hoffentlich aber nicht auch die letzte Stadt, bei der ich das so erlebe!Dresden VS Mailand - Frauenkirche und Mailänder Dom - Fashion Blog Für Männer - Fashionblogger Matthias Limmer - Mister Matthew - 10

Besonders im Kopf hängen geblieben ist mir eine Kassiererin in einem Supermarkt. Ich stand an der Kasse an und wartete, während ich keine Sekunde den Blick von der Kassiererin lassen konnte. Die anderen Leute in der Schlange schienen sie überhaupt nicht zu registrieren. Ich aber war einfach nur begeistert von ihr. Sie trug einen blauen Blazer, Silberschmuck an Ohr, Dekolleté, Arm und Finger, eine glitzernde Uhr, eine Brille von Gucci, während sie zeitgleich auf Anschlag geschminkt war. Sie war, wie man in Deutschland sagen würde, ein ,,Paradiesvogel“.

Ich genoss den Anblick sehr. Dennoch störten mich an diesem Moment genau zwei Dinge:

  • ich war erschrocken darüber, wie erstaunt ich doch über den Anblick war. Meine modisch sehr zurückhaltende Heimat schien mir im Unterbewusstsein zu hängen. War ich es doch einfach nicht gewöhnt, eine solch aufgestylte Dame an einer Kasse im Supermarkt sitzen zu sehen. Dresden engt solche modisch frei denkenden Menschen nämlich sehr schnell ein und verschüchtert sie, das zu tragen was sie wollen.
  • ich war irgendwie im gleichen Moment auch einfach nur richtig sauer auf die Mehrzahl der Leute in Dresden. Während keine 2 Flugstunden entfernt sogar die Kassiererinnen im Supermarkt aussehen konnten wie sie wollen, ohne dass sie Jemand schräg anguckte oder mit einem blöden Spruch belagerte, muss ich mich über Jahre hinweg regelmäßig in der Öffentlichkeit dumm angehen lassen, für die kleinste modische Auffälligkeit. Das finde ich irgendwie nicht fair.

Natürlich freut es mich sehr für die Leute in Mailand, dass sie mit Mobbing oder Pöbelei durch das Tragen von Mode keine Probleme haben. Dennoch beäugt man diese Tatsache mit ein bisschen Neid. Was hätte ich in meiner Jugend dafür gegeben, wenn ich in einer Atmosphäre der absoluten Gleichgültigkeit hätte leben können. Ich habe schon einmal ein Beitrag auf dem Blog über Mobbing durch Mode verfasst. Dresden VS Mailand - Frauenkirche und Mailänder Dom - Fashion Blog Für Männer - Fashionblogger Matthias Limmer - Mister Matthew - 10

Die Wut über meine Heimat Dresden – dessen modischer Horizont so weit ist wie ein Floh groß – und die Freude über den schönen Anblick der Frau an der Kasse, die einfach tragen kann was sie will, überlagerten sich und bildeten einen komischen Mix aus Glück und Kummer. Mein Gefühls-Cocktail musste mich den Abend noch eine ganze Weile daran denken lassen. Ich wünsche mir eine Heimat, die exzentrischen Menschen ebenso offen gegenüber steht wie es die Menschen in Mailand tun. Ich wünsche mir für die Zukunft der Mode, sowie für die Zukunft der Menschheit allgemein, dass es eines Tages keine starrenden Blicke oder beleidigenden Ausrufe gibt, nur weil jemand modisch anders/verrückter/auffallender oder gar schlechter angezogen ist.

Liberal sollten nicht nur die Politik, die Gesellschaft und die Wissenschaft sein, sondern auch die Mode. In Mailand. In Dresden. Im Weltall. Und überall. Dresden VS Mailand - Frauenkirche und Mailänder Dom - Fashion Blog Für Männer - Fashionblogger Matthias Limmer - Mister Matthew - 10

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Mister Matthew
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Mister Matthew ist der Autor hinter dem Fashion Blog für Männer ,,Mister Matthew”. Seit 2014 berichtet er täglich über seine Outfits und Reisen, Events und Fashion Weeks, über aktuelle Trends und No-Gos, seinen Alltag und seine Erlebnisse. Mister Matthew liebt die guten und schönen Seiten des Lebens und ist ein positiver Mensch durch und durch. Sein Blog steht dabei für hochwertigen und einmaligen Inhalt.

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7 Kommentare

  1. Tom
    9. April 2017 / 23:32

    Hi Matthew,
    der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Teilweise ziehe ich in Dresden schon gar nicht mehr an, was ich eigentlich gern anziehen würde, um keine blöden Sprüche zu kassieren. Double-Monks in der Uni? No way! Ich stehe auf klassische Herrenmode und komme damit oft wie ein Snob rüber. Mittlerweile gehört es scheinbar schon zum guten Ton mit Sneaker und Jogginghose rumzulaufen. Wer sich klassisch, chic, elegant oder sonst irgendwie stylisch kleidet fällt da schon auf. Traurig.

    Viele Grüße
    Tom

    • 9. April 2017 / 23:36

      Hallo Tom,
      Danke für Deinen Zuspruch! Das ist natürlich schade, wenn Du teilweise nicht mehr das anziehst was Du möchtest. :(
      Genau deswegen hasse ich solche Leute, weil sie es schaffen andere Leute so zu verunsichern.

      Zieh bitte IMMER an was du möchtest!!! :)
      Und wenn du dich unsicher fühlst, dann schau in den Himmel, Ruf 3-mal laut ,,Matthew“ und ich eile zu Hilfe.
      Das wäre doch cool ;)

      Modische Grüße,

      Matthew <3

  2. 9. April 2017 / 22:45

    Du schreibst mir gerade aus der Seele…Komm mal nach Luxi und du wirst sehen wie einfach du es in Dresden hast!Hier ist andersdenken so was von daneben…Ich bin schockiert wie ich mal in nem Gynasium gearbeitet habe wie zurückgeblieben und gar nicht aufgeklärt die nächste Generation ist…Sehr sehr traurig…aber wie du sagst…man eignet sich irgendwann ein dickes Fell, dennock sitzt einem was im Nacken und denks sich, „scheisse hab ich heute bissl übertrieben?“ Und das finde ich sehr traurig dass man sowas noch miterleben muss! Ist halt so und jeder von uns hat seinen weg damit umzugehen…und es werden immer welche geben die Angst haben gegen den strom zu schwimmen und deswegen jemanden deswegen mobben oder dummer sprüche zurufen…Welcome to my life ;)
    xo
    Yaya
    http://www.yayavanchique.com

    • 9. April 2017 / 22:50

      Hey Yaya,
      es freut mich zwar, dass ich Dir aus der Seele schreibe, aber gleichzeitig tut es mir natürlich auch Leid um den Anlass/um die Situation.
      Den Gedanken ,,Scheiße, habe ich Heute ein bisschen übertrieben?“ kenne ich sehr gut! Man fängt dann tatsächlich an, zuerst an sich selbst, statt an den Anderen zu zweifeln. Ganz, ganz schlimm und traurig! Ich hoffe, dass die Kinder und Jugendlichen in der Zukunft in der Schule von solch gehässigen und bösartigen Schülern verschont bleiben. Aber das ist wohl nur Traum Denken. Dumme Menschen wird es leider immer geben. Modische Menschen aber auch. Zum Glück!

      Matthew <3 <3 <3

      PS: ich muss unbedingt mal zu Dir nach Luxemburg kommen!!!

  3. Melanie Müller
    9. April 2017 / 22:41

    Hallo Matthew,
    ich kenn das gut! Passiert mir immer wieder in der UBahn. Die Mitmenschen gucken einfach so oft total verwirrt oder abwertend .. nervig und traurig! Mein Style würde Dir aber wahrscheinlich auch nicht gut gefallen. Ich trage gerne Dr.Martens und dazu legere Kleidung. Auf der Straße würdst wohl an mir vorbeilaufen. Obwohl ich dir kein Schubladen Denken unterstellen will, aber mir passiert das einfach immer wieder. Gut das du das mal ansprichst. Dann machen wenige Modeblogger und ich verfolge so einige ..
    Danke dafür, das macht Mut!!!

    Melanie

    • 9. April 2017 / 22:47

      Hallo Melanie,
      ohhh glaub mir! Du würdest mir gefallen! Ich hatte mal eine Freundin, die genau so ausgesehen hat! (also unsere Freundschaft ist wegen etwas Anderem und nicht wegen ihrem Style kaputt gegangen). Ich bin einer der letzten Menschen, der in Schubladen denkt. Absolut!!!
      Das ich Dich mit dem Beitrag angesprochen habe, freut mich! :) Denn geteiltes Leid ist halbes Leid! ;)

      Matthew <3

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